Schweiz

Studie: Jedes vierte Kind erleidet zu Hause psychische Gewalt

Laut einer Studie wird jedes vierte Kind mit psychischer und jedes zwanzigste mit physischer Gewalt bestraft. (Symbolbild)

Laut einer Studie wird jedes vierte Kind mit psychischer und jedes zwanzigste mit physischer Gewalt bestraft. (Symbolbild)

In der Schweiz werden Kinder häufig mit psychischer Gewalt wie Liebesentzug oder Isolation bestraft. Laut einer Studie der Stiftung Kinderschutz Schweiz ist jedes vierte Kind betroffen.

(wap) Wenn ein Kind mit Liebesentzug bestraft wird, wenn ihm die Eltern Angst machen oder es isolieren, abwerten oder einschüchtern, ist gemäss einer am Dienstag vorgestellten Studie der Stiftung Kinderschutz Schweiz psychische Gewalt im Spiel. Und das sei weit verbreitet: Jedes vierte Kind erleide zu Hause psychische Gewalt, so das Fazit der von der Universität Freiburg durchgeführten Studie. Die Daten basieren auf einer Umfrage unter rund 2000 Eltern.

Auch physische Gewalt ist laut der Studie weit verbreitet, wobei die Autoren die Definition weit fassen: «Verbrennen und würgen» gelten ebenso als körperliche Gewalt wie «an den Haaren ziehen». 4,4 Prozent der Eltern hätten gemäss dieser Definition angegeben, regelmässig körperliche Gewalt anzuwenden.

«Gewaltlose Erziehung» soll ins Zivilgesetzbuch

In der Zusammenfassung nennen die Studienautoren Risikofaktoren für körperliche Gewalt: Bei Westschweizern, Immigranten und Eltern mit einem «tieferen Bildungsstand» und vielen Kindern komme diese häufiger vor.

Die Stiftung Kinderschutz verweist in ihrer Mitteilung zur Studie auf ein Postulat von CVP-Nationalrätin Christine Bulliard-Marbach, das in der Sondersession vom 29. und 30. Oktober auf der Traktandenliste des Nationalrats steht. Dieses verlangt vom Bundesrat zu prüfen, wie der «Grundsatz der gewaltfreien Erziehung» im Zivilgesetzbuch verankert werden könnte.

Bereits im Februar hat sich der Bundesrat einmal zum Thema geäussert: «Wie sich Eltern dabei zu verhalten haben, lässt sich in einer gesetzlichen Regel kaum befriedigend umschreiben», schreibt er als Antwort auf eine Motion, die ebenfalls Bulliard-Marbach eingereicht hatte. Der Bundesrat befürwortet jedoch die Annahme des Postulats.

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