Michael Nittnaus

Antonio Loprieno hat genug. «Meine Geduld ist langsam am Ende», hält der Rektor der Universität Basel fest. Seit letztem Mittwoch halten mehrere Dutzend Studierende der Bewegung «Unsere Uni» die Aula des Kollegiengebäudes am Petersplatz besetzt. Zeigte sich der Rektor bis anhin relativ kulant, so setzte er am Montag in einem Brief eine klare Frist: Bis Zwölf Uhr mittags hätten die Besetzer das Feld räumen müssen, um erste Sanktionen zu vermeiden. «Wir verurteilen diesen Versuch, uns aus der Aula zu drängen», so die erste Reaktion von Unsere Uni.

Die Konsequenz: Sowohl Heizung wieTonanlage wurden gestern Mittag abgestellt. Noch am Abend folgte der Internetzugang. Dem hartgesottenen Kern der Aktivisten, der in der Aula auch übernachtet, steht eine kalte Nacht bevor. Doch die Betroffenen geben nicht auf, wollen weiter durchhalten. Der gestrige Brief war die letzte schriftliche Warnung von Seiten der Universität: «Eine polizeiliche Räumung passt zwar wirklich nicht ins Bild einer offenen Universität, aber ich kann es nicht mehr ausschliessen», so Loprieno, der den Besetzern allerdings zusichert, sicher noch bis heute mit der Räumung zuzuwarten.

Hoffnung schöpfen die von den Strapazen der letzten Tage sichtlich gezeichneten Basler Studenten nun vor allem aus dem internationalen Protesttag, der heute neben Österreich und Deutschland auch Widerstand in weiteren Universitäten der Schweiz aktivieren könnte. Vorgesehen sind Aktionen in Zürich, Bern und Genf. «Vorher aufzugeben kommt nicht in Frage, da dies ein gefährliches Signal für die anderen Schweizer Unis sein könnte», hält Unsere Uni denn auch fest.