Der Lehrerstab der Universität Fribourg ist im Aufruhr: Der Studenten-Blog «Friblog - Uni Fribourg unzensiert» machte sich in den letzten Wochen immer wieder über die Dozenten der zweisprachigen Institution lustig. Ein Mobbingopfer habe deswegen sogar psychologische Hilfe aufgesucht.

Gelästert wurde über die Goldküstenresidenz des einen und die Fingernägel des nächsten Professors, den Zweck einer mysteriösen Dusche im neuen Gebäude der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler und natürlich über den allgemeinen Kleidungsstil des Lehrerstabs.

Gegenüber Spiegel Online kommentierte Ökonom Eichenberger als eines der Opfer: «Ich finde den Blog recht gut gemacht. So was gehört zur Studentenkultur». Eine überraschend gelassene Reaktion. Nicht alle Dozenten jedoch haben so viel Verständnis für die Sticheleien der Studenten. Ein gereizter Sozialforscher sieht in dem Blog eine «spiessig-provinzielle Suche nach billigen Lacheffekten».

Unbekannte Lästerer

Urheber des Skandalblogs sind «zwei Kommunikations- und Wirtschaftsstudenten in der ersten Hälfte der Zwanziger», offenbarten sie Spiegel Online. Ausserdem sei ihre Motivation nicht nur humoristischer Natur, sie verfolgten auch ein seriöseres Vorhaben: «Das Herstellen einer Gegenöffentlichkeit».

Die beiden Studenten sehen sich selbst also auch als eine Art Aufklärer. Tatsächlich gelang es ihnen, die Aufmerksamkeit des Rektorats auf die zu wenig beachtete Studienrichtung Politologie zu lenken. «Die Fakultät und der Rektor müssen sich betreffend dem Fach entscheiden: Aufstocken oder Abschiessen», gesteht Statistikprofessor Hans Wolfgang Brachinger.

Unklarheit über Zukunft der Seite

Laut dem Rektorat werde der Blog weiterhin beobachtet, «ohne diesem aber zu viel Stellenwert zu geben». Würde sich die Leitung der Universität dazu entscheiden, die Seite vom Netz nehmen zu lassen, so müsste sie sich an den Provider «blog.com» richten, in einem klaren Fall von Persönlichkeitsverletzung würde dieser den Blog dann freiwillig schliessen.

Kurioserweise war der Friblog heute nicht mehr erreichbar. Ob die Urheber die Seite von sich aus vom Netz nahmen und ob der Blog wieder online gehen wird, bleibt zu diesem Zeitpunkt unklar. Zu finden war der Friblog unter diesem Link.