Villa Isler
Strohmuseum am neuen Standort

Das Museum in Wohlen soll vom Bankweg in die Isler-Villa zügeln, die dafür umgebaut wird. 2011 soll das Freiämter Strohmuseum in Wohlen in der Isler-Villa eröffnet werden. Die Wohler Ortsbürgergemeinde entscheidet am 27. Juni über den Projektierungskredit von 277 000 Franken.

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Villa Isler

Villa Isler

Aargauer Zeitung

Jörg Baumann

2007 erwarb die Ortsbürgergemeinde von J. Rudolf und Jacqueline Isler für 2,9 Millionen Franken die repräsentative Isler-Villa mit dem öffentlichen Park. Nun ist klar: Das Freiämter Strohmuseum soll in die Isler-Villa zügeln. Am alten Ort am Bankweg sei das Strohmuseum auf zu engstem Raum eingeklemmt, sagte Gemeindeammann Walter Dubler gestern an einer Medienkonferenz. Der gewählte neue Standort in der Isler-Villa sei ideal.
Finanzierung breit abgestützt

Gemeinderat und Ortsbürgerkommission stützten die Finanzierung für die Einrichtung des Strohmuseums in der Isler-Villa breit ab. So soll sich die Ortsbürgergemeinde mit 1 Million Franken daran beteiligen. Es ist vorgesehen, dass die Ortsbürgergemeinde die Projektierungskosten von 277 000 Franken und 733 000 Franken von den Umbaukosten übernimmt. Der Entscheid fällt an der Ortsbürgerversammlung am 27. Juni. Am Waldumgang nach der Versammlung können zum ersten Mal auch Kinder ab 7 Jahren teilnehmen.

Umbau für 3,5 Millionen Franken

Das Wohler Architekturbüro Hegi Koch Kolb Architekten schätzt, dass der Umbau der Villa Isler 3,5 Millionen Franken kosten werde. Die Kostenschätzung habe einen Spielraum von plus/minus 20 Prozent, sagte Walter Dubler. «Daher wollen wir genauere Zahlen und beantragen der Ortsbürgergemeinde einen Projektierungskredit.»

Dubler kümmerte sich höchstpersönlich darum, dass sich auch der Swisslos-Fonds des Kantons Aargau mit weiteren 2 Millionen Franken, die Josef-Müller-Stiftung in Muri mit 300 000 Franken, die Koch-Berner-Stiftung in Villmergen mit 40 000 Franken, die UBS-Kulturstiftung mit 25 000 Franken und die Dambach-Stiftung in Villmergen am Umbau der unter kantonalem Denkmalschutz stehenden Isler-Villa beteiligen. Die Denkmalpflege hat einen Staatsbeitrag von 84 000 Franken errechnet. An den Kauf des Hauses steuerten der Swisslos-Fonds bereits früher 400 000 Franken und die Pro Patria 200 000 Franken bei. Damit sei die Finanzierung praktisch gelöst, bemerkte Walter Dubler.

Nach dem vorliegenden Konzept soll das Strohmuseum das erste und das zweite Stockwerk der Isler-Villa belegen. Im Erdgeschoss fänden laut Dubler Vorführungsräume für das Museum, Repräsentationsräume der Gemeinde und allenfalls auch das Traulokal Platz. Einen Eignungstest als Ausstellungsraum durchläuft die Isler-Villa in den nächsten Tagen mit einer Bilderausstellung der bekannten Wohler Künstlerfamilie Luigi Montanarini, seiner Ehefrau Heidy Isler, ihres Sohnes Luca Montanarini und weiterer Freunde. Die Vernissage findet am Freitag statt.

Ortsbürgergemeinde ist schuldenfrei

Für die Ortsbürgergemeinde sei die Million Franken, die sie aufzubringen habe, verkraftbar, meinte Dubler. Die Ortsbürgergemeinde sei schuldenfrei und habe ihr Barvermögen auf einem Kontokorrentkonto der Einwohnergemeinde angelegt. «Die Ortsbürgergemeinde kann das Geld ohne Formalitäten vom Konto abziehen.» Die Ortsbürgergemeinde erzielte 2008 einen Ertragsüberschuss von 300 000 Franken. An die Betriebskosten des Museums erhofft sich Dubler einen Beitrag des Kantons aufgrund des Kulturgesetzes. Wer für die Unterhaltskosten aufkommen wird, muss noch entschieden werden. Gemeinderat Christian Müller signalisierte, dass hier die Einwohnergemeinde «ein Zeichen setzen sollte».