Frühfranzösisch

Streit um Frühfranzösisch

Urs Wüthrich: «Persönlich» bedauert der Regierungspräsident «die Hängepartie» bei der Umsetzung des Sprachenkonzepts in der Primarschule. NIZ

Urs Wüthrich

Urs Wüthrich: «Persönlich» bedauert der Regierungspräsident «die Hängepartie» bei der Umsetzung des Sprachenkonzepts in der Primarschule. NIZ

Die Regierung erntete gestern im Landrat massive Kritik für den Verschiebungsentscheid zum Frühfranzösisch. Doch von einem raschen neuen Auftrag an die Regierung wollte der Landrat nichts wissen.

Thomas Dähler

Vorläufig ist bei der Einführung von Frühfranzösisch in den Baselbieter Primarschulen alles so unklar wie zuvor. Dringlich darüber entscheiden wollte der Landrat gestern nicht. Eva Chappuis (SP/Reinach) hatte mit ihrem Vorstoss den Regierungsrat vergeblich zu einer raschen Finanzierungsvorlage zwingen wollen. Dafür nutzte das Parlament eine dringliche Interpellation von Christine Mangold (FDP/Gelterkinden), um die fehlende Strategie des Regierungsrats in dieser Angelegenheit wenigstens in Worten zu kritisieren.

Unklar blieb in der langen Debatte nicht nur, wie es mit dem Frühfranzösisch wirklich weitergehen soll. Unklar war auch, ob die verschiedenen Schuldzuweisungen an die Regierung nur Bildungsdirektor Urs Wüthrich, Finanzdirektor Adrian Ballmer oder dem Regierungsrat als Ganzes galten. Links und Rechts waren sich zwar einig, dass nach dem Verschiebungsentscheid der Regierung die Umsetzung von Frühfranzösisch «nebulös» bleibt, wie dies mehrere Votanten ausdrückten. Doch während Interpellantin Mangold dem Bildungsdirektor vorwarf, er habe keine Antworten und lasse «alles offen», kritisierte Chappuis die bürgerliche Seite, sie orientiere sich nicht an ihren Vertretern im Bildungsrat.

Das wirkliche Problem sprach wohl Rolf Richterich (FDP/Laufen) an: Die Kompetenzen seien zwischen Regierung, Bildungsrat und Landrat unklar geregelt. In der Tat hat der Bildungsrat die Umsetzung des Sprachenkonzepts beschlossen ohne zu wissen, wie die Weiterbildung der Lehrkräfte dafür finanziert werden soll. Die Regierung will für den Verpflichtungskredit zuerst finanzpolitische Überlegungen anstellen. Eine Terminvorgabe dafür gibt es nicht.

Immerhin stellte Regierungspräsident Wüthrich klar, dass die Regierung hinter dem Sprachenkonzept steht und auch davon ausgeht, dass der Kanton zum HarmoS-Konkordat Ja sagt. Doch zurzeit kann Wüthrich den Lehrkräften nicht sagen, wann und wie sie sich mit entsprechender Weiterbildung für das Frühfranzösisch rüsten können.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1