Streit
Basler Beiz soll Junge SVP abgewiesen haben: «Euch bedienen wir hier nicht!»

Die Jungpartei ist empört: Wegen ihrer Parteizugehörigkeit sollen Mitglieder in der Buvette Fähribödeli nicht bedient worden sein. Der Betreiber der Buvette erzählt eine andere Version der Geschichte.

Dimitri Hofer
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Trotz Diskriminierungsvorwürfen von David Trachsel (Junge SVP) beteuert Roger Greiner, Geschäftsführer der Buvette Fähribödeli: «Die Buvette ist für alle offen.»

Trotz Diskriminierungsvorwürfen von David Trachsel (Junge SVP) beteuert Roger Greiner, Geschäftsführer der Buvette Fähribödeli: «Die Buvette ist für alle offen.»

Twitter: David Trachsel

Ein Tweet von David Trachsel sorgt für viel Aufsehen: «Die Buvette Fähribödeli hat uns gerade nicht bedient, weil wir von der Jungen SVP sind», schreibt der Präsident der Jungen SVP Schweiz auf Twitter. Die Jungpartei habe am Samstagabend «die hässliche Seite von Basel» kennen lernen müssen. Für Trachsel ist klar:

«So freiheitsfeindlich, so undemokratisch, so intolerant, so woke!»

In Basel, wo Trachsel lebt, wollte sich die Junge SVP Schweiz nach der Delegiertenversammlung am frühen Samstagabend einen Apéro genehmigen. «Vom Kleinbasel aus nahmen wir die Münsterfähre. Auf Grossbasler Seite steuerten wir die Buvette Fähribödeli an», sagt David Trachsel am Sonntag auf Anfrage. Er sei gemeinsam mit rund 20 Mitgliedern der Jungen SVP unterwegs gewesen.

In der Buvette Fähribödeli habe sich ein Mann als Geschäftsführer vorgestellt und die Gruppe gefragt, um welche Organisation es sich bei ihr handle. «Als wir ihm erklärten, die Junge SVP zu sein, weigerte er sich, uns zu bedienen.» Ohne sich auf ein Gespräch einzulassen, hätten sich die Mitglieder entfernt. «Wir gingen dann in die Steine und bescherten dort einem Wirt einen Umsatz von 430 Franken.»

Gruppendynamik habe Ausschlag gegeben, nicht politische Gesinnung

Nicht nur Trachsel selber, sondern auch die Junge SVP Basel-Stadt thematisiert den Vorfall auf Twitter. Die Junge SVP erwähnt, dass das Lokal unterhalb der Pfalz vom Stadtkonzept Basel getragen werde. Die Tweets werden unterschiedlich kommentiert: Einige stimmen in die Empörung mit ein, während andere die Buvette loben.

Dass man die Mitglieder der Jungen SVP Schweiz wegen ihrer politischen Gesinnung nicht bedient habe, stimme nicht, sagt Roger Greiner. Der Geschäftsführer betont, am Samstagabend beim Besuch der Jungen SVP nicht anwesend gewesen zu sein.

«Der Barkeeper sagte mir, dass er und die Gäste sich aufgrund der Gruppendynamik der rund 20 Personen unwohl gefühlt haben.»

Zudem seien keine nicht-reservierten Tische vorhanden gewesen. «Unter dem Namen Junge SVP und der Anzahl Leute war keine Reservation zu finden.» Greiner versichert: «Die politische Gesinnung der Gäste spielt bei uns keine Rolle.» Wenn man eine Reservation der Jungen SVP erhalte, werde man die Partei selbstverständlich willkommen heissen. Er stellt auch klar: Es handle sich um ein privates Lokal und man werde nicht vom Stadtkonzept Basel getragen.

Auch wenn die Ausführungen von David Trachsel und der Jungen SVP Basel-Stadt auf das Gegenteil schliessen lassen, betont Roger Greiner: «Das Fähribödeli ist für alle offen.»