Kongo-Kinshasa

Strafgerichtshof ordnet vorläufige Freilassung von Bemba an

Bemba muss sich vor Gericht verantworten

Bemba muss sich vor Gericht verantworten

Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) hat die vorläufige Freilassung des früheren Vizepräsidenten der Demokratischen Republik Kongo, Jean-Pierre Bemba, angeordnet, dem Kriegsverbrechen vorgeworfen werden.

Es gebe keine Hinweise darauf, dass Bemba die Ermittlungen behindern oder sich dem Prozess entziehen wolle, teilte das Gericht in Den Haag am Freitag mit. Wann der Beschluss zur Freilassung umgesetzt werde, hänge jedoch davon ab, welches Land Bemba aufnehme.

Entsprechende Verhandlungen will das Gericht demnach mit Belgien, Frankreich, Portugal, Südafrika und Deutschland führen. Nach Angaben seiner Anwältin verfügt der 64-Jährige über Konten und Anwesen in Belgien sowie "wichtige soziale Verbindungen" in Frankreich.

Bemba muss sich vor dem IStGH wegen Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Mordes, Vergewaltigung und Plünderungen verantworten. Soldaten der von ihm befehligten Bewegung für die Befreiung Kongos (MLC) sollen 2002 und 2003 im Nachbarland Zentralafrikanische Republik Männer, Frauen und Kinder gefoltert und getötet haben.

Bemba war im Mai 2008 in Brüssel festgenommen worden. Ein Termin für den Prozessbeginn steht noch nicht fest.

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