Basel

Stoodl wartet auf den Durchbruch

Die Basler Online-Plattform für Studierende hat einen verhaltenen Start hingelegt. (Bild: Archiv)

Stoodl

Die Basler Online-Plattform für Studierende hat einen verhaltenen Start hingelegt. (Bild: Archiv)

Das Projekt wird neu von der Ernst-Göhner-Stiftung unterstützt. Die Stoodl-Macher wollen nach den Prüfungen wieder loslegen.

Michele Faller

«Kennst du die Internetplattform Stoodl?» - «Klar, das benütze ich oft, wenn ich mit ein paar Leuten einen Termin finden möchte.» - «Nein, nicht Doodle, Stoodl!» - «Google, die Suchmaschine?» So und ähnlich lauteten die Antworten auf eine nicht repräsentative Umfrage zur Internetseite www.stoodl.com. Eine Biologiestudentin, ein Medizinstudent, eine Phil.-I-Studentin und zwei Doktoranden in Chemie und Medizin haben für Stoodl nur ein Schulterzucken übrig. «Noch nie gehört.»

Die Internetplattform für Studierende wurde vor sieben Monaten von einer Handvoll Basler Studenten ins Leben gerufen. «Finde Zusammenfassungen, alte Prüfungen und vieles mehr zu Deinen Vorlesungen», verspricht die Startseite. Oder «Verbinde Dich mit Deinen MitstudentInnen. Jetzt anmelden!»

Nebst dem wichtigsten Dienst der kostenlosen Seite - dem Austausch von Vorlesungsnotizen und Zusammenfassungen als Alternative zum Kauf von teuren Lehrbüchern - können in der Online-Community virtuell Freundschaften gepflegt werden.

Ein zweiter Blick auf die Onlineplattform zeigt, dass sie auch benutzt wird. Da finden sich die Zellbioprüfung sowie die Algorithmen und Datenstrukturen ganz in der Nähe von «Freunde finden». Wer auf «Marktplatz» klickt, wird vertröstet: «Daran arbeiten wir noch . . . »

Allerdings war davon bereits in der Pressemitteilung vor über einem halben Jahr die Rede. Ebenso von einer Lernkärtchensoftware und einer Ausweitung auf zuerst Deutschland und dann die ganze Welt. Deuten die Baustellen auf der Homepage auf das Ausbleiben des gewünschten Erfolgs hin? «Natürlich dürfte es immer ein bisschen mehr sein», sagt Jus-Student und Co-Gründer Fabian Frey. Er und seine Kollegen - drei Informatikstudenten und ein Medizinstudent - hätten die Sache ein bisschen falsch eingeschätzt, räumt er ein.

Dennoch sind die fünf Studis zufrieden: Täglich kämen neue User hinzu, und ausserdem messe sich der Erfolg auch an der Anzahl «Visitors». Fazit: «Wir haben nicht aufgegeben.» Erfreulicherweise werde Stoodl nun von der Ernst Göhner-Stiftung finanziell unterstützt, berichtet Frey. «Das ist super und erleichtert vieles.» Bis anhin haben die Studenten das Internetportal aus dem eigenen Sack finanziert.

Der Grund für die Verzögerung des Geplanten liege an der Vielbeschäftigung der Stoodl-Macher. Frey, der in wenigen Tagen seinen Bachelor macht, und seine Kollegen sind momentan stark mit der Uni beschäftigt, sie wollen nach den Prüfungen wieder loslegen. Die Ausweitung von Stoodl ausserhalb der Schweiz hat mit einigen Städten in Süddeutschland bereits begonnen. Dass man sich innerhalb der Internetplattform für die einzelnen Universitäten einloggen könne, mache die Arbeit allerdings sehr aufwändig, erklärt Frey. Er und seine Kollegen überlegen sich deshalb ein neues System für diese Gliederung.

Die nächsten Schritte seien der Marktplatz und das virtuelle Lernkärtchen-System, das die bisher sehr aufwändige Handarbeit zu einer Sache von einer Viertelstunde umwandeln soll. Ausserdem schwebt Frey eine Verknüpfung von Stoodl mit der grossen Konkurrentin «Facebook» vor, um neue User zu gewinnen. «Davon muss ich meine Kollegen aber noch überzeugen.»

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