Es handle sich um etwa 2500 Wahllokale, deren Stimmen neu ausgezählt werden. Nach dem ursprünglichen Zeitplan hätte am Donnerstag das endgültige Ergebnis des Urnengangs veröffentlicht werden sollen.

Zuletzt hatte die Unabhängige Wahlkommission (IEC) bekanntgegeben, nach Auszählung von 95 Prozent der Wahlurnen liege Amtsinhaber Hamid Karsai mit über 50 Prozent Stimmen in Führung.

Angesichts der massiven Betrugsvorwürfe erhöht auch die Europäische Union (EU) den Druck auf Karsai. EU-Chefdiplomat Javier Solana sowie der amtierende EU-Ratsvorsitzende und schwedische Aussenminister Carl Bildt riefen Karsai in Brüssel auf, alles für ein glaubwürdiges Wahlergebnis zu tun.

Bildt äusserte aber auch Verständnis dafür, dass das Wahlergebnis voraussichtlich nicht am 17. September feststehen könne. "Das war niemals realistisch", sagte er.

Die EU habe von Anfang an damit gerechnet, dass es eine Weile dauern werde, bis die Ergebnisse angesichts von Unregelmässigkeiten und Betrugsversuchen geklärt werden könnten. Es sei wichtig, dem Aufklärungsprozess vor Ort zu vertrauen und den Afghanen die notwendige Zeit zu lassen, das Wahlergebnis festzustellen.