Susanne Hörth

In den ersten Jahren des neuen Jahrtausends bis und mit 2008 wurden in zahlreichen Gemeinden des Fricktals tiefere Steuerfüsse bewilligt. Ein Blick auf die aktuelle Fricktaler Steuerfront macht deutlich, mit dem neuen Rechnungsjahr hat sich hier nur wenig verändert. Auffallend ist aber die weit aufgehende Schere zwischen dem höchsten und dem tiefsten Gemeindesteuerfuss im Fricktal. Das Schlusslicht – kantonsweit – bildet schon seit geraumer Zeit Schwaderloch. Die Finanzlage der Gemeinde ist wenig rosig. Hier muss der Steuerzahler bei einem Satz von 126 Prozent tief ins Portemonnaie greifen. An der westlichen Grenze des Fricktals liegt Kaiseraugst. Bereits zum heutigen Zeitpunkt weist die Gemeinde mit 82 Prozent den tiefsten Steuerfuss nicht nur des Bezirks Rheinfelden, sondern des ganzen Fricktals aus. Ende 2009 flossen in Kaiseraugst 11,84 Millionen Franken aus Aktiensteuern in die Kasse der Einwohnergemeinde 5,34 Millionen Franken mehr als budgetiert. Der unerwartete Geldsegen für das ohnehin reiche Kaiseraugst bringt für die Einwohner eine erfreuliche
Entwicklung mit sich. Auf den 21. Januar ist eine ausserordentliche Gemeindeversammlung angesetzt worden. Einziges Traktandum: neuer Beschluss über das Budget 2010 auf der Basis eines Steuerfusses von 75 Prozent, 7 Prozent weniger als jetzt.

Wenn auch Schwaderloch auf der Rangliste der Steuerfüsse kantonal den letzten Platz einnimmt, so gibt es im Fricktal noch andere Gemeinden, in denen die Steuerzahler den Geldbeutel etwas mehr öffnen müssen. Mit 125 Prozentpunkten platzieren sich ebenfalls Hornussen, Ueken und Obermumpf am unteren Ende der Tabelle.

Fusion bringt Änderung

Die wirtschaftliche Situation ist überall spürbar. Eine Steuerfussveränderung, insbesondere eine Reduktion, ist in vielen Gemeinden angesichts der unsicheren Zukunft nicht angesagt. Um dieser Zukunft mit vereinten Kräften optimistisch entgegenzugehen, haben im Bezirk Laufenburg gleich drei neue (Fusions-)Gemeinden gestartet. Aus insgesamt neun Gemeinden sind Mettauertal, Laufenburg und Kaisten hervorgegangen. Für einen Grossteil der Fusionspartnergemeinden hat sich hinsichtlich des Steuerfusses 2010 etwas verändert.

Mettauertal besteht aus fünf Ortsteilen. Neu gilt hier der Steuerfuss von 118 Prozent. Die Ortsteile Etzgen, Mettau und Hottwil haben vor dem Zusammenschluss Steuerpunkte von 119 ausgewiesen, Oberhofen 123 und Wil 125 Prozent. In Sulz galt vor dem Zusammenschluss mit Laufenburg ein Steuerfuss von 123 Prozent. Für den neuen Ortsteil gilt nun derjenige von Laufenburg mit 104 Prozent. Profitieren vom niedrigeren Satz der Partnergemeinde Kaisten kann man im Ortsteil Ittenthal. Statt wie bisher 125 Prozent, zahlt man jetzt gleich viel wie Kaisten: 105 Prozent.

Magische 100er-Grenze

Wenn auch der Grossteil der 32 Fricktaler Gemeinden (2009 waren es noch 37) Steuerfüsse über 100 Prozent aufweisen, gibt es mit Sisseln (90), Münchwilen (96), Stein (98) und Frick (99) doch vier Gemeinden, welche die magische Grenze von 100 schon seit einiger Zeit unterschritten haben. Wie die Nachfrage bei verschiedenen Gemeinden zeigt, sind – ausgenommen in Kaiseraugst – Steuerfussveränderungen in nächster Zukunft nicht geplant. Dabei wird aber immer wieder darauf verwiesen, dass sich dies auf gleichbleibende Verhältnisse bezieht. Bei all den Steuerfussbetrachtungen darf nicht vergessen werden, dass eine Gemeinde nicht nur aufgrund ihres Steuersatzes günstig oder teuer ist. Baulandpreise, Mietkosten, Gebühren usw. sind ebenso ausschlaggebend.