Aetingen
Steuern auf 95 Prozent erhöht

62 Stimmberechtigte wollten am Dienstag in der Gemeindeversammlung in Aetingen mitdiskutieren. Tatsächlich wurde viel gefragt, es gab Vorschläge und Anregungen. Die Stimmung aber war freundlich und alle Anträge des Gemeinderats wurden gutgeheissen.

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Aetingen

Oliver Menge

Rahel Meier

Am meisten interessierte die Anwesenden der Steuersatz. Jetzt liegt er noch bei 75 Prozent. Vizegemeindepräsident Thomas Stutz stellte mit dem Budget auch den Finanzplan vor. Dieser rechnet ab dem Jahr 2011 gar mit einem Steuersatz von 105 Prozent. Trotzdem werden in den nächsten Jahren Aufwandüberschüsse prognostiziert, und das Eigenkapital dürfte Ende 2011 aufgebraucht sein. Die Bildungskosten haben sich für Aetingen seit 2005 fast verdoppelt. Sie machen 47,6 Prozent des Budgets aus. Die Subventionen wurden gleichzeitig kleiner. Auch die Kosten für die Soziale Wohlfahrt (Anteil am Budget: 14,9 Prozent) seien fast doppelt so hoch, wie noch vor wenigen Jahren. Wegen der getätigten Investitionen - unter anderem ins Schulprojekt A3 - ist mit hohen Abschreibungen zu rechnen. «Eigentlich müssten wir einen Steuersatz von 122 Prozent verlangen, damit das Budget aufgeht», meinte Stutz. Ein Steuerprozent bringt Aetingen rund 8500 Franken in die Kasse. Der Gemeinderat habe darum einstimmig beschlossen, den Steuersatz von 95 Prozent für das kommende Jahr zu beantragen. Die Gebühren bleiben unverändert.

Firmen ansiedeln?

Ein Aetinger stellte darauf den Antrag, den Steuersatz der juristischen Personen nicht zu erhöhen, sondern gar zu verringern, um das Dorf attraktiver zu machen für Firmen. Gemeinderat Bruno Messerli stellte einen Gegenantrag. Der Steuersatz solle wie beantragt erhöht werden. Gleichzeitig solle der Gemeinderat prüfen, ob es juristische Personen gebe, die sich in Aetingen ansiedeln würden, und dann könnte allenfalls im Juni 2010 nochmals über den Steuersatz befunden werden. Diesem Vorschlag schloss sich die Mehrheit an.

Deutliches Ja zu neuen Steuersätzen

Die neuen Steuersätze wurden daraufhin deutlich mit 49 Ja- gegen 5 Nein-Stimmen, bei 6 Enthaltungen angenommen. Dem Budget stimmte die Versammlung mit 55 Ja, bei 5 Enthaltungen zu. Mit dem Budget und der Investitionsrechnung wurden auch zwei Kredite genehmigt. Der eine für die Revision der Ortsplanung, die nötig ist, damit sich die Gemeinde räumlich weiterentwickeln kann. Der andere, um ein Umnutzungskonzept für das Schulhaus zu erarbeiten, das ab August 2010 leer stehen wird.

Neue Heimat für die Feuerwehr

An der Gemeindeversammlung im Juni 2008 wurde dem Gemeinderat der Auftrag erteilt zu überprüfen, ob Aetingen aus dem Zweckverband Regionalfeuerwehr Limpachtal austreten soll. Stattdessen könnte die Gemeinde sich der Feuerwehr Küttigkofen-Kyburg-Buchegg, Brügglen anschliessen. Der Gemeinderat argumentierte für den Austritt. Finanziell fahre die Gemeinde so besser. Bei einer Kündigung des Vertrags mit der Regionalfeuerwehr Limpachtal besteht aber die Gefahr, dass Aetingen doch noch ans geplante neue Feuerwehrmagazin zahlen muss, weil die Kündigungsfrist drei Jahre beträgt. «Das wollen wir natürlich mit allen Mitteln verhindern», meinte Stutz. 50 Stimmberechtigte stimmten der Kündigung zu.

Gemeinderat formiert sich

Ab dem neuen Jahr wird die Gemeindeverwaltung Kyburg-Buchegg die Gemeindeschreiberei für Aetingen übernehmen. Die neue Lösung wird für Aetingen rund 15 000 Franken teurer (bisher 10 000 Franken). Dafür würden die Dienstleistungen professionalisiert, wie Gemeindepräsidentin Hanny Ris betonte.

Sie gab im Weiteren bekannt, dass mit Anita Albrecht eine neue Gemeinderätin gefunden wurde und dass Doris Andres und Urs Kipfer ebenfalls im Gemeinderat mitarbeiten würden. «Wir sind noch in Verhandlungen mit einer weiteren Person. Wenn diese abgeschlossen sind, wissen wir, wer künftig als Gemeinderat und wer als Ersatz amten wird», so Hanny Ris.