Budget
Steuerfussabtausch von zwei Prozent

Die Politische Gemeinde spürt im Budget 2010 die hohen Investitionen. Die Schule steht derzeit gut da. Sorgen macht jedoch der Finanzplan. In den kommenden Jahren gibts viel Abschreibungsbedarf.

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Alterszentrum Urdorf

Alterszentrum Urdorf

Limmattaler Zeitung

Flavio Fuoli

Danilo Follador, Finanzvorstand der Schulgemeinde, erinnerte an einer Medienorientierung daran, dass die Schule noch vor kurzem einen Bilanzfehlbetrag verzeichnet hatte. «Nun hat es eine finanzielle Entspannung gegeben. Die Schule hat ein Eigenkapital aufgebaut, das Ende 2010 vermutlich 5,4 Millionen Franken betragen dürfte.»

Die Schule kann der Politischen Gemeinde zwei Steuerprozente abgeben, sodass der Steuerfuss der Schule noch 60 Prozent beträgt und derjenige der Gemeinde auf 58 Prozent steigt; total nach wie vor 118 Prozent, ein Prozent unter dem Wert, der zum Steuerfussausgleich berechtigen würde.

Einige Entlastungen für Schule

Die Rechnung 2009 der Schule wird besser abschliessen als im Voranschlag vorgesehen, blickt Follador voraus. Der Voranschlag 2010 schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 387 000 Franken ab.

Neben den Mehreinnahmen 2009 sind ab 2010 andere Faktoren mitbestimmend. So sinkt der Finanzkraftindex der Schule von 114 auf 112. Durch die Statutenänderung der Berufswahlschule Limmattal und dank dem neuen Kostenverteilschlüssel sinkt der Urdorfer Anteil. Zudem wird neu Schulgeld erhoben. Auch bei den Langgymnasien muss Urdorf 2010 weniger bezahlen.

Weiterer Ausgleich möglich

Bei den Einnahmen zeichnen sich indes Minderergebnisse ab. So sinkt der 100-prozentige Staatssteuerertrag um eine Million gegenüber dem Budget 2009 auf 23,5 Millionen Franken. Zudem müssen bei den Abschreibungen 393 000 Franken Aufwandsteigerungen hingenommen werden, ebenso bei den Kosten für auswärtige Schulen, wo die Steigerung 350 000 Franken ausmacht.

Die Investitionen belaufen sich auf total 5,04 Millionen Franken. Die Hälfte davon entfällt auf das Projekt «Schulraum 2010», wo die dritte Etappe mit dem Schulhaus Weihermatt und den Kindergärten in Angriff genommen wird.

Die Finanzlage der Politischen Gemeinde sieht trotz zwei zusätzlichen Steuerprozenten schlechter aus als diejenige der Schule. Der Aufwandüberschuss beträgt laut Budget 2010 1,246 Millionen Franken. Im Voranschlag 2009 war ein solcher von 1,7 Millionen budgetiert. Laut Finanzvorstand Thomas Hächler ist dies das Ergebnis tieferer Einnahmen aus der Reduktion des 100-prozentigen Steuerertrages und Investitionen von 11,5 Millionen Franken in Alterszentrum, Birmensdorfer-/Feldstrasse sowie Gesamterneuerung des Spitals.

Die Abschreibungen betragen 2,04 Millionen Franken. Den Aufwand habe man gut im Griff. Er sei bei 44,3 Millionen Franken lediglich um 180 000 Franken höher als derjenige im Voranschlag 2009.

Über dem kantonalen Durchschnitt

Bei einigen Ausgaben liegt Urdorf deutlich über dem kantonalen Durchschnitt: Beim Sport sind es pro Einwohner und Jahr 239 Franken gegenüber 44 im Kanton, bei den Zusatzleistungen AHV/IV 239 gegenüber 172 Franken und bei der Sozialen Wohlfahrt 125 gegen 65 Franken. Das Eigenkapital beläuft sich auf Ende 2010 voraussichtlich gegen 14,522 Millionen Franken.

Die konsolidierte Finanzplanung 2010 bis 2013, also diejenige beider Güter, sieht nicht rosig aus. Bei einem Gesamtsteuerfuss von unverändert 118 Prozent wird das Fremdkapital von 32 auf 82 Millionen Franken ansteigen bis 2013. Gründe sind laut Hächler Alterszentrum, Spital, Schulbauten, Strassen und Eisbahn. Im Jahr 2011 werden die Investitionen ins Verwaltungsvermögen den Höchststand erreichen.

«Wir wollen keine Ruinen»

Konsolidiert geht das Eigenkapital bis 2013 auf 3,5 Millionen zurück. Dies als Folge von Aufwandüberschüssen in den Jahren 2011 bis 2013 in der Höhe von 6 bis 7 Millionen Franken jährlich, verursacht durch Abschreibungen und Fremdkapitalzinsen.

Wie kann man dem Gegensteuer geben? Laut Hächler müsste dies auf der Ertragsseite passieren, entweder durch Einwohnerwachstum oder dem Wachstum der Steuereinnahmen. Aber auch bei den Kosten könne gespart werden: «Bei der laufenden Rechnung wird gespart, wo es Sinn macht», erklärt Hächler, «wir wollen aber keine Ruinen.» Ziel sei trotz allem die Wiederherstellung des Finanzpolitischen Spielraums mit einem soliden Eigenkapital, die Begrenzung der Verschuldung und weiterhin eine kostendeckende Verursacherfinanzierung, so Hächler. Einer Steuererhöhung und der darauf folgenden Abhängigkeit durch den Finanzausgleich sieht er skeptisch entgegen.