Exit habe rund drei Mal mehr Mitglieder als gewisse Bundesratsparteien, teilte die Sterbehilfeorganisation im Anschluss an ihre Generalversammlung vom Samstag mit. Der anhaltende Mitgliederzuwachs sei unter anderem auf den Entscheid einer deutlichen Mehrheit der Exit-Mitglieder an der letztjährigen Generalversammlung zurückzuführen, dass sich der Verein verstärkt für den Altersfreitod engagiere und das auch in seinen Statuten verankert habe.

Unter Altersfreitod versteht der Verein das Recht auf freiverantwortliches Sterben eines sehr alten Sterbewilligen, der im Vergleich zu einem jüngeren Sterbewilligen erleichterten Zugang zum Sterbemedikament haben soll. Dieser Entscheid stiess laut Exit auf grosse Aufmerksamkeit in der Schweizer Bevölkerung.

Exit wurde im Zug der Hochrüstung der Medizin im Jahr 1982 gegründet. Mitglieder können vom Verein eine Freitodbegleitung in Anspruch nehmen.

Kein Fokus auf Sterbefasten

Die 33. Generalversammlung lehnte am Samstag einen Antrag ab, der Unterstützung und Beratung beim Sterbefasten gefordert hatte. Exit machte bereits vor zwei Jahren im Mitgliedermagazin "Info" auf die Möglichkeit des Sterbefastens aufmerksam.

Darunter versteht man den freiwilligen Verzicht auf Essen und Trinken. Je nach Gesundheitszustand und allenfalls eintretenden Nebenwirkungen stirbt man nach ein bis zwei Wochen Sterbefasten. Wer Flüssigkeit zu sich nimmt, verlängert den Sterbeprozess jedoch beträchtlich.

Sterbefasten sei keine Kernkompetenz von Exit, teilte die Organisation mit. Für die konkrete Beratung, Abklärung und Begleitung im Einzelfall werde auf externe Fachpersonen, insbesondere des Palliativbereichs, verwiesen.