Altersfreitod

Sterbehilfeorganisation Exit knackt 90'000-Mitglieder-Marke

Das Buch "Der organisierte Tod. Sterbehilfe und Selbstbestimmung am Lebensende - Pro und Contra" wurde am Exit-Sterbehilfe-Kongress vor drei Jahren vorgestellt. Es bildet noch immer den Leitfaden für die heute über 90'000 Mitglieder der Organisation (Archiv)

Das Buch "Der organisierte Tod. Sterbehilfe und Selbstbestimmung am Lebensende - Pro und Contra" wurde am Exit-Sterbehilfe-Kongress vor drei Jahren vorgestellt. Es bildet noch immer den Leitfaden für die heute über 90'000 Mitglieder der Organisation (Archiv)

In den vergangenen 18 Monaten hat die Sterbehilfeorganisation Exit über 21'500 Neubeitritte verzeichnet. Der Verein zählt derzeit über 90'000 eingetragene Mitglieder. Das sind mehr als je zuvor.

Exit habe rund drei Mal mehr Mitglieder als gewisse Bundesratsparteien, teilte die Sterbehilfeorganisation im Anschluss an ihre Generalversammlung vom Samstag mit. Der anhaltende Mitgliederzuwachs sei unter anderem auf den Entscheid einer deutlichen Mehrheit der Exit-Mitglieder an der letztjährigen Generalversammlung zurückzuführen, dass sich der Verein verstärkt für den Altersfreitod engagiere und das auch in seinen Statuten verankert habe.

Unter Altersfreitod versteht der Verein das Recht auf freiverantwortliches Sterben eines sehr alten Sterbewilligen, der im Vergleich zu einem jüngeren Sterbewilligen erleichterten Zugang zum Sterbemedikament haben soll. Dieser Entscheid stiess laut Exit auf grosse Aufmerksamkeit in der Schweizer Bevölkerung.

Exit wurde im Zug der Hochrüstung der Medizin im Jahr 1982 gegründet. Mitglieder können vom Verein eine Freitodbegleitung in Anspruch nehmen.

Kein Fokus auf Sterbefasten

Die 33. Generalversammlung lehnte am Samstag einen Antrag ab, der Unterstützung und Beratung beim Sterbefasten gefordert hatte. Exit machte bereits vor zwei Jahren im Mitgliedermagazin "Info" auf die Möglichkeit des Sterbefastens aufmerksam.

Darunter versteht man den freiwilligen Verzicht auf Essen und Trinken. Je nach Gesundheitszustand und allenfalls eintretenden Nebenwirkungen stirbt man nach ein bis zwei Wochen Sterbefasten. Wer Flüssigkeit zu sich nimmt, verlängert den Sterbeprozess jedoch beträchtlich.

Sterbefasten sei keine Kernkompetenz von Exit, teilte die Organisation mit. Für die konkrete Beratung, Abklärung und Begleitung im Einzelfall werde auf externe Fachpersonen, insbesondere des Palliativbereichs, verwiesen.

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