Sterbehilfe

Sterbehilfe soll nicht mehr gratis sein

Todesfälle durch begleiteten Suizid müssen staatsanwaltlich untersucht werden - das verursacht Kosten.

Todesfälle durch begleiteten Suizid müssen staatsanwaltlich untersucht werden - das verursacht Kosten.

Todesfälle durch begleiteten Suizid müssen staatsanwaltlich untersucht werden. SVP-Nationalrätin Sylvia Flückiger will, dass die Sterbehilfeorganisationen deren Kosten übernehmen.

Die Aargauer SVP-Nationalrätin Sylvia Flückiger ficht seit Jahren einen Kampf gegen die Sterbehilfe. Bisher erfolglos. Ihr Ansinnen, die Suizidbegleitung durch Sterbehilfeorganisationen im Aargau verbieten zu lassen, scheiterte 2004 ebenso wie die drei Jahre später eingereichte Motion, welche verlangt, dass alle Untersuchungskosten, die bei Todesfällen durch Sterbehilfe anfallen, von den Sterbehilfeorganisationen getragen werden müssen. Die Motion wurde 2009 abgeschrieben. Dies sieht das Parlamentsgesetz so vor, wenn Vorstösse über zwei Jahre hängig sind.

Der derzeit in Zürich stattfindende Weltkongress der Sterbehilfeorganisationen hat Flückiger nun dazu bewogen, einen neuen Anlauf zu wagen. Heute reicht sie eine parlamentarische Initiative mit gleichem Inhalt ein. «Ich respektiere, dass Menschen frei entscheiden wollen, wie sie sterben», erklärt die Aargauerin ihr Anliegen.

Kosten von 3000 bis 500 Franken

«Es kann aber nicht sein, dass die Kosten des selbst gewählten Freitods von der Allgemeinheit getragen werden müssen, während die Anbieter von hohen Gewinnen profitieren. Wie bei jedem Gewerbler hat auch hier das Verursacherprinzip zu gelten.» Gemäss Flückiger fallen für die Untersuchung von begleiteten Suiziden – als aussergewöhnliche Todesfälle müssen diese von der Staatsanwaltschaft untersucht werden – Kosten von 3000 bis 5000 Franken an.

Vom angestrebten Verursacherprinzip bei der Kostenübernahme erhofft sich Flückiger auch eine abschreckende Wirkung. «Ich hoffe schon, dass sich Menschen gegen die Sterbehilfe entscheiden, wenn dies mit hohen Kosten verbunden ist.»

Exit lehnt Flückigers Vorstoss ab. Und zum Vorwurf des «Gewerbes» Sterbehilfe meint Exit-Vizepräsident Bernhard Sutter: «Politiker wie Frau Flückiger sollten eigentlich wissen, dass es in der Schweiz verboten ist, mit Freitodhilfe Gewinn zu erzielen. Exit ist eine wohltätige, nicht gewinnorientierte Organisation. Die Sterbebegleitung ist für Mitglieder absolut kostenlos.»

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