"Diejenigen, die mit mir in London auf der Pressekonferenz waren, wissen, dass ich dieses Bild gar nicht bezogen auf die Schweiz dargestellt habe, sondern auf das Thema der von der OECD zu erstellenden Listen", sagte Steinbrück.

"Wenn einige sich den Schuh anziehen, der offenbar dahin gestellt worden ist, dann ist das nicht mein Problem, ich halte es für völlig abwegig." Im übrigen bleibe er dabei, dass es eine grosse internationale Übereinstimmung gebe, "dass illegale Steuerpraktiken bekämpft werden müssen", sagte Steinbrück in Brüssel.

Er erwarte, dass sich auch befreundete Länder den "OECD-Musterkodex" zu eigen machten und dabei behilflich seien, Steuerhinterziehung zu bekämpfen. "Daran hat Deutschland ein massives Interesse, und davon werde ich auch keinen Abstand nehmen", sagte Steinbrück.

Für Luxemburgs Premier Jean-Claude Juncker beruhigt sich der Streit mit Deutschland über Steueroasen in Europa. Nach Gesprächen mit Kanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Peer Steinbrück sagte er: "Es gibt zwischen Deutschland und Luxemburg kein Problem."

Am Rande des EU-Gipfels forderte Juncker mehr "Rücksicht auf die Befindlichkeiten kleinerer Staaten, besonders wenn sie der deutschen Sprache mächtig sind".