Ärztemangel

Steigender Ärztemangel: Junge Mediziner wollen nur noch Teilzeit arbeiten

Viele Junge Ärzte möchten nicht Vollzeit arbeiten (Symbolbild)

Viele Junge Ärzte möchten nicht Vollzeit arbeiten (Symbolbild)

Zwei von drei Ärztinnen und Ärzten, die diesen Sommer in Zürich das Staatsexamen absolviert haben, wollen künftig Teilzeit arbeiten. Der Ärzteverband fordert darum, dass künftig massiv mehr Ärzte ausgebildet werden.

«Es ist eine Zeitgeisterscheinung, dass sich viele nicht nur auf den Beruf fokussieren wollen, sondern auch für Hobbys und Familie Zeit haben möchten», sagt Andreas Juchli, Arzt und Leiter von JDMT Medical Services.

Die Firma hat in einer Studie belegt, dass zwei Drittel der angehenden Ärzte keine Vollzeitbeschäftigung anstrebt, wie die Zeitung «Schweiz am Sonntag» berichtet. Ziel der Vereinigung von Ärzten und Medizinstudenten ist es, sich für Anliegen der jungen Generationen starkzumachen.

Diesen Trend stellt auch das Universitätsspital Basel fest. «Vor allem jüngere Ärztinnen und Ärzte sind sehr stark an attraktiven und flexiblen Arbeitszeiten interessiert. Sie haben vermehrt den Anspruch, nicht mehr so viel zu arbeiten wie frühere Ärztegenerationen», sagt Mario Da Rugna, Leiter Personal und Betrieb des Universitätsspitals.

Besonders Fachrichtungen, die häufig von Frauen gewählt werden, haben bereits erste Schritte in Richtung eines flexiblen Arbeitsmodells unternommen. «In der Inneren Medizin sind mehr Teilzeitstellen vorhanden als in der Chirurgie, wo zurzeit nur wenige Frauen arbeiten», sagt Mario Da Rugna vom Universitätsspital Basel.

Für den Verband Schweizerischer Assistenz- und Oberärztinnen und -ärzte (VSAO) ist klar: «Es ist fatal zu glauben, man käme ohne Teilzeitstellen im Arztberuf aus», sagt Nico van der Heiden. «Die Schweiz wird nicht darum herum kommen, den aktuellen Berufsalltag von Ärzten im Spital zu überdenken.»

Und für den VSAO steht fest: Die Schweiz muss künftig massiv mehr Ärztinnen und Ärzte ausbilden als heute. Das heisst rund 1300 anstatt aktuell rund 800.

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