Billettpreise

Steigen die Billettpreise doch schon Ende Jahr?

Die Preisaufschläge von 2012 sind noch kaum verdaut. Und schon drohen auf Ende Jahr erneut höhere Billettpreise.

Die Preisaufschläge von 2012 sind noch kaum verdaut. Und schon drohen auf Ende Jahr erneut höhere Billettpreise.

Preisüberwacher Stefan Meierhans versprach, dass die nächste Erhöhung der Billettpreise erst Ende 2014 erfolgen wird. Dieses Versprechen droht zur Makulatur zu werden – weil das Geld im Regionalverkehr fehlt.

Es ist ein Ritual: Der Verband öffentlicher Verkehr (VöV) kündigt alljährlich auf den Fahrplanwechseldie Erhöhung der Billettpreise an. 2012 wollten die Transportunternehmen die Preise ursprünglich um durchschnittlich 5,6 Prozent erhöhen. Auf die Ankündigung erfolgt der öffentliche Aufschrei. Der Preisüberwacher verhandelt schliesslich mit dem VöV und Mitte Jahr treten die beiden vor die Medien und verkaufen die Einigung beidseitig als Erfolg: Letztes Jahr stiegen die Billettpreise um 5,2 Prozent.

Das 2. Klass-GA zum Beispiel, wurde 200 Franken teurer und kostet seit letztem Dezember 3550 Franken. Die bittere Pille verteidigte Preisüberwacher Stefan Meierhans damals mit dem Hinweis, dass er dem VöV ein wichtiges Zugeständnis abgerungen habe. Nämlich, dass die Tarife zwei Jahre stabil bleiben. Die nächste Preiserhöhung komme erst Ende 2014. Doch diese Verschnaufpause könnte zur Makulatur zu werden. Die «NZZ» macht in ihrer heutigen Ausgabe publik, dass die Billettpreise für Bahn und Bus Ende Jahr steigen könnten. Die Vereinbarung zwischen dem Preisüberwacher und dem VöV sieht explizit vor, dass «Abgeltungslücken» als Ausnahme vom Tarif-Morataorium geltend gemacht werden können.

«Abgeltungslücke» heisst: Im Regionalverkehr fehlt Geld. Der Regionalverkehr ist in der Schweiz nicht kostendeckend. Deshalb finanziert die öffentliche Hand die Leistungen mit 1,75 Milliarden Franken. Dieser Abgeltungsbetrag darf jährlich maximal um 1,5 Prozent steigen, doch gleichzeitig nehmen die ungedeckten Kosten im öffentlichen Verkehr zu. Gemäss NZZ unter anderem deshalb, weil Kantone und Bund alljährlich mehr Leistungen im Regionalverkehr fordern. Andererseits gibt es Kantone, die aufgrund von Sparprogrammen ihre Beiträge an den öffentlichen Verkehr kürzen.

Ob es tatsächlich zu Tariferhöhungen kommt, entscheidet sich im Frühling. Gemäss VöV-Sprecher Roger Baumann, wird derzeit abgeklärt, ob eine Abgeltungslücke bestehe, die eine Preiserhöhung bereits Ende 2013 erfordert.

Unabhängig von diesem Entscheid arbeitet der Bund daran, die Finanzierungslücken im Regionalverkehr zu stopfen. Jüngst sorgte die Meldung für Aufregung, dass für den Bund die Umstellung von Bahnlinien auf Busbetrieb kein Tabu mehr ist, wenn die der Kostendeckungsrad während 10 Jahren weniger als 30 Prozent beträgt. (dk)

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