Peter Rombach

Weder auf Schweizer noch auf deutscher Seite enthält die Zonenplanung den Hinweis auf eine neue Brücke über den Rhein für Fussgänger und Velofahrer. Die Energiedienst AG (ED) hält bekanntlich am Abbruch des alten Kraftwerks mitsamt Eisensteg fest. Ob an gleicher Stelle oder etwa 200 Meter flussabwärts ein neuer Übergang realisiert wird, steht momentan in den Sternen.

«Wir haben keinen Plan B», bestätigt Baustadtrat Oliver Tschudin, «sonst wären wir unglaubwürdig, weil wir den Erhalt des alten Eisenstegs mitsamt Kraftwerk verlangen.» Falls ein Neubau doch kommen müsste, habe dies keine Bedeutung für die Zonenplanung. Da es sich um ein Bauwerk über ein Grenzgewässer handeln würde, käme ohnehin ein separates Baubewilligungsverfahren infrage, in das zumindest der Kanton Aargau und das Land Baden-Württemberg eingebunden werden müssten. Die eine Million Franken für einen Steg stehe weiterhin «nachrichtlich» im Finanzplan der Stadt.

Die alte Studie berücksichtige im Übrigen nicht die städtebauliche Entwicklung beider Rheinfelden. Falls die S-Bahn-Haltestelle im Industriegebiet auf badischer Seite komme, sei der bestehende Steg wegen der kurzen Wege an der richtigen Stelle, meint Tschudin - ungeachtet des ED-Abrisswillens.

Im badischen Rathaus hält Baubürgermeister Rolf Karrer nicht viel von der Variantenstudie. Mit unüberhörbarer Ironie stellt er fest: «Die Planungstiefe ist geringfügig ausgeprägt.» Vor sechs, sieben Jahren sei das Thema auch bezüglich Standort mit einem Brückensachverständigen des Freiburger Regierungspräsidiums erörtert, dann aber mangels Geld nicht weiterverfolgt worden.

Auch Karrer liess keinen Zweifel aufkommen: «Solch ein Übergang wie der Eisensteg, den wir erhalten wollen, ist für uns wichtig.» Er plädiert dafür, das Problem um Erhalt oder Abriss «jetzt möglichst rasch» zu lösen. Als alternativen Standort könne er sich durchaus einen Brückenschlag zwischen Flossländeweg und deutschem Ufer vorstellen. Die Kostenschätzung von knapp zwei Millionen Euro für einen Neubau sei wohl zu tief.