Wynau
Staus sind vorprogrammiert

Über einen Kredit von 1,4 Millionen Franken können die Wynauerinnen und Wynauer am 27. September befinden: Damit sollen die Wasser- und Abwasserleitungen in der Bernstrasse saniert werden. Das wird nicht ohne Verkehrsbehinderungen auf dieser Hauptverkehrsachse gehen.

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Jürg Rettenmund

Rund 13 000 Fahrzeuge verkehren täglich auf der Bernstrasse in Wynau - davon sind zwischen 20 und 30 Prozent Schwerverkehr. Die Lenker dieser Fahrzeuge werden in den nächsten beiden Jahren die Fahrbahn nicht für sich allein haben, sondern mit Bauarbeitern teilen müssen: Die Einwohnergemeinde muss ihre Wasser- und Abwasserleitungen sanieren. Das wird nicht ohne Verkehrsbehinderungen möglich sein.

Die Verkehrsführung bezeichnet Gemeindeschreiber Reto Alt als das grösste Problem des Bauprojektes. Die Auflagen des Kantons seien bei diesem hohen Verkehrsaufkommen sehr strikt. Rechnung getragen wird dem, in dem die heute über die ganze Strassenbreite verteilten Leitungen in die Fahrspur Richtung Zürich verlegt werden. Zudem wird jedes Teilstück nur einmal aufgerissen und sämtliche Leitungen und Rohre werden in einem Stück verlegt, obschon diese in unterschiedlichen Tiefen eingebaut werden müssen.

Neben den Wasser- und Abwasserleitungen werden auch Leerrohre für die Werkbetriebe eingelegt, und auch die Swisscom wird über die offenen Gräben informiert. Die Elektrizitätsleitungen dagegen sind schon vor Jahren ins Trottoir verlegt worden.

Schleichverkehr vermeiden

Der Kanton hat Baustellen von rund 50 Metern Länge bewilligt, an denen der Verkehr jeweils mit einer Lichtsignalanlage geregelt werden soll. Um den Durchfluss zu verbessern, wird für die Hauptverkehrszeiten auch der Einsatz von Verkehrsdiensten geprüft. Umleitungen durch die Quartiere wird es gemäss Reto Alt nicht geben, und auch dem Schleichverkehr durch die Quartiere sagt die Gemeinde den Kampf an. «Wir werden alles daran setzen, die negativen Auswirkungen für die Anwohner möglichst klein zu halten», verspricht der Gemeinderat im Infoblatt.

Die Kosten für die Sanierungen wurden auf 1,4 Millionen Franken errechnet: 600 000 Franken für die Bauarbeiten, 658 000 Franken für Kanalisation und Entwässerung sowie 163 000 Franken für das Wasser. Die Kosten gehen zu Lasten der beiden Spezialfinanzierungen Wasser und Abwasser, belasten also den steuerfinanzierten Haushalt nicht.

Die zuständige Kommission für Gemeindebetriebe, Bau und Planung wird das Projekt nächsten Montag behandeln, der Gemeinderat am 6. Juli. Das letzte Wort haben die Stimmberechtigten: Ihnen wird der Kredit am eidgenössischen Abstimmungswochenende vom 27. September an der Urne vorgelegt. Dann möchte die Gemeinde möglichst noch in diesem Jahr die Baumaschinen auffahren lassen. Anschliessend rechnet die Gemeinde mit einer Bauzeit von rund zwei Jahren.

Voraussetzung für Verbesserungen

Die Sanierung der Leitungen ist Voraussetzung, damit der Kanton den Belag erneuern und damit verbunden auch die Strassenquerungen sicherer machen kann. Vorerst muss allerdings ein Jahr zugewartet werden, damit sich das Erdreich in den aufgefüllten Leitungsgräben setzen kann.

Geplant sind neue, sicherere Fussgängerübergänge mit Schutzinseln in der Mitte der Fahrbahn beim Restaurant Traube am Ortseingang Richtung Langenthal sowie bei der Garage Greub an der Einmündung des Kappellenweges. Zudem soll die Einmündung in die Birch- und damit in die Industriestrasse am Knoten Murgenthal neu gestaltet werden, damit der Schwerverkehr dort besser einbiegen und herausfahren kann.

Kreisel noch offen

Noch nicht in der konkreten Planung enthalten ist ein Kreisel, den der Verkehrsrichtplan an der Kreuzung Bernstrasse-Aegertenstrasse-Grubenstrasse vorsieht. Diesbezüglich seien noch zu viele Fragen offen, und die Risiken, dass es zum Beispiel zu Einsprachen komme, seien auch grösser, erklärt Gemeindeschreiber Reto Alt. Gegenwärtig sei deshalb nicht nur offen, wann dieser Kreisel gebaut wird, sondern ob dies überhaupt geschehen soll.