Schweiz

«Staubtrockener» April und weiterhin kaum Regen in Sicht – dafür erste Waldbrände

Zum Beispiel Balsthal: Hier ist wegen Trockenheit ein Stück Wald in Brand geraten, das aber rasch gelöscht werden konnte.

Zum Beispiel Balsthal: Hier ist wegen Trockenheit ein Stück Wald in Brand geraten, das aber rasch gelöscht werden konnte.

Nebst der Coronakrise bereitet ausbleibender Regen zunehmend Sorgen – und zwar in der Landwirtschaft wie auch bei den Kantonen, die immer öfter Feuerverbote erlassen. Eine Entschärfung zeichnet sich nicht ab.

Zwar dürfte es am späten Ostermontag in der Ostschweiz und im nördlichen Jura vereinzelt regnen. Ob die Tropfen den Boden jedoch erreichen werden, lassen die Prognosen bezweifeln. Auf jeden Fall werden sie die Gärten und Felder nicht wirklich nässen. Pflanzen giessen oder Kulturen wässern bleibt also angesagt. Und das dürfte nach einer laut Meteonews «staubtrockenen ersten Aprilhälfte» vorerst auch so bleiben, glaubt man den Prognosen der verschiedenen Wetterfrösche.

«Der dringend benötigte Regen für die Natur und auch für die Landwirtschaft ist bis auf weiteres nicht in Sicht», schreibt der Wetterdienst am Ostermontag in einer Mitteilung. Ab Dienstag werde nämlich wiederum ein neues Hochdruckgebiet das Wetter beeinflussen. Das bedeutet laut Meteonews voraussichtlich bis zum kommenden Wochenende zwar erneut viel Sonnenschein. Doch kehrt damit auch die Bise zurück, was in der Nacht auf Mittwoch vielleicht sogar zu Frost führen könnte. Empfindliche Pflanzen gelte es darum zu schützen.

Kantone rufen Feuerverbote aus – trotzdem brennen Wälder

Weil bereits die in den letzten Wochen herrschende Bise einerseits die Verdunstung begünstigte und andererseits sehr trockene Luft gebracht hatte, wird auch die kommende Wettersituation die Trockenheit nicht entschärfen. Laut Meteonews ist seit dem letzten Märzwochenende an den meisten Orten nämlich kein Regentropf mehr gefallen. Übers ganze bisherige Jahr gesehen sei die Situation besonders im Süden prekär.

So herrscht in grossen Teilen der Schweiz denn auch bereits Waldbrandgefahr. Während die Kantone Graubünden und Tessin ein generelles Feuerverbot ausgerufen haben, verbieten die Kantone St.Gallen und Glarus derzeit nur Feuer im Wald und in Waldesnähe. Einzelne Gemeinden in diesen Kantonen gehen allerdings bereits weiter mit ihren kommunalen oder regionalen Erlassen.

Ausbleibende Niederschläge verweisen auf Dürre

Zahlreiche weitere Kantone empfehlen ebenfalls seit Tagen grösste Vorsicht bei Feuern im Freien. Dennoch ist es beispielsweise in Balsthal bereits zu einem kleineren Waldbrand gekommen, wie die Kantonspolizei Solothurn am Samstag mitteilte. Auch in einem Wald bei Nenzlingen und am Lindberg bei Winterthur brannte es, wie die Polizei Baselland und die Stadtpolizei Winterthur am Sonntag mitteilten. Oder am Ostermontag brach in einem Wald bei Törbel ein Brand aus, meldet das Walliser Radio Rottu. Einzig der Kanton Aargau hat laut waldbrandgefahr.ch, einer Übersichtsseite des Bundesamts für Umwelt, bislang keine Feuereinschränkungen erlassen.

Weil es seit Mitte März kaum Niederschläge gab, und auch in den Bergen wenig Schnee liegt, mehren sich auch die Anzeichen für eine Trockenheit im Sommer. «Die Disposition, in eine Trockenheit hineinzurutschen, ist gegeben», sagte Massimiliano Zappa, Leiter Hydrologische Vorhersagen an der eidgenössischen Forschungsanstalt WSL, zur «NZZ am Sonntag». Zappa verfolgt die Entwicklung auf dem WSL-Blog www.drought.ch seit ein paar Wochen intensiv. Bereits jetzt sind demnach die Pegelstände einiger Flüsse tiefer als üblich. Das könnte sich zuspitzen.

Erste Sommertage im Tessin, Wallis und in Südbünden

«Der Monatsausblick von Meteo Schweiz weist auf milde Temperaturen bis Ende April ohne nennenswerte Niederschläge hin», sagt Massimiliano Zappa. «Das wird an einigen Stellen die Lage noch verschärfen.» Die WSL-Prognosen sagen denn auch bereits leichte bis starke Wasserdefizite für praktisch die ganze Schweiz voraus. Einzig die Grundwasserstände und Quellabflüsse liegen demnach aktuell im für die Jahreszeit üblichen Rahmen. Die weitere Entwicklung hängt laut Bundesamt für Umwelt (Bafu) aber entscheidend von den Niederschlägen der nächsten Wochen ab, zitierte die «NZZ am Sonntag» einen Bafu-Sprecher.

Dass es derzeit statt unbeständigem Aprilwetter wahrlich bereits sommerlich warm ist zeigte sich übrigens am Samstag im Tessin. Dort meldete Locarno/Monti mit 25,7 Grad kurz vor 16 den ersten Sommertag, wie SRF Meteo auf Twitter schrieb. Am Ostersonntag dann ist der Sommertags-Grenzwert im Tessin ein weiteres Mal sowie im angrenzenden Südbündner-Tal Misox und im Wallis geknackt worden.

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