Die Tragödien zwischen Afrika und Italien weckt alte Debatten über Europas Moral und Flüchtlingspolitik in den vergangenen Jahrzehnten. Der Generalsekretär der Schweizerischen Flüchtlingshilfe bringt sich in die Diskussion ein. Im «Blick» präsentiert Beat Meiner, der Generalsekretär des nationalen Hilfswerks, im «Blick» sein «Fünf-Punkte Programm für eine neue Asylpolitik».

Ein kriminelles Schlepperwesen, gefährliche Reisewege und Todesfälle wie in den letzten Wochen vor Lampedusa seien «die direkte Folge der massiven Abwehrmassnahmen Europas gegen Asylsuchende», hält Meiner fest. Er fordert: «Die Schweiz muss sich international dafür einsetzen, dass für Flüchtlinge überall ein sicherer Zugang nach Europa und zu rechtsstaatlich korrekten und fairen Asylverfahren gewährleistet ist.»

Meiner appelliert daran, endlich humanitäre Gesichtspunkte in die Debatte in den Mittelpunkt zu stellen statt Abschottung. Seit 1988 sind 19000 Flüchtlinge auf dem Seeweg nach Italien ertrunken - jene, die auf ihrem Weg von Afrika nach Europa die Sahara druchquerten und dabei gestorben sind, nicht mitgezählt.

Meiner ruft auf zu mehr Zusammenarbeit und Solidarität, auch von der Schweiz, die sich «im Rahmen des Dublin-Abkommens für ein einheitliches, faires Verfahren und menschenwürdige Aufnahmestandards in allen Dublin-Staaten einsetzen soll.»

Beat Meiner, Generalsekretär der Schweizerischen Flüchtlingshilfe

Beat Meiner, Generalsekretär der Schweizerischen Flüchtlingshilfe

In unserem Land ankommenden Flüchtlinge sollten «anständig aufgenommen» und deren Gesuch rasch geprüft. Es brauche auch dringend mehr Unterkünfte, notfalls von Privaten. Meiner: «Die private Unterbringung von Flüchtlingen ist eine sehr direkte und menschliche Form der Hilfe.»

Auch die Flüchtlingshilfe will, dass Asylsuchende, die abgewiesen werden, so rasch wie möglich zurückgeschickt werden - «in Sicherheit und Würde», betont Generalsekretär Meiner. Er plädiert dabei für eine sinnvolle und faire «Rückkehrhilfe». (cls)