Garzón wird zur Last gelegt, bei Ermittlungen zu den Verbrechen der Franco-Diktatur (1939-1975) im Jahr 2008 seine Befugnisse überschritten zu haben. Die Klage gegen den Untersuchungsrichter hatten rechtsgerichtete Gruppierungen eingereicht, darunter die noch aktive Franco-Partei Falange.

Die Kläger müssen ihre Klageschrift, wonach Garzón bei seinen Ermittlungen das Amnestiegesetz von 1977 ausser Acht gelassen habe, nun innert zehn Tagen einreichen. Sollte der Oberste Gerichtshof daraufhin das Hauptverfahren gegen Garzón eröffnen, muss dieser vom Dienst suspendiert werden, bis das Urteil gefallen ist.

Garzóns Anwalt kündigte derweil in der Zeitung "El País" Einspruch gegen die Gerichtsentscheidung an. Gegen den 54-Jährigen Richter sind noch zwei weitere Verfahren wegen angeblich illegaler Abhöraktionen sowie finanzieller Unregelmässigkeiten bei seiner Teilnahme an Seminaren der Universität von New York hängig. Garzón weist auch diese Vorwürfe zurück.

International bekannt wurde der Richter, als er 1998 die Festnahme des chilenischen Ex-Diktators Augusto Pinochet in London erwirkte. Seine Ermittlungen zur Franco-Diktatur hat er letztlich auf Druck der Staatsanwaltschaft eingestellt.