Stadt muss für Besäufnis zahlen

Die Stadt Zürich muss die Entsorgungs- und Reinigungskosten der 6.5 Tonnen Abfall nach dem «Botellon» vom vergangenen August selber tragen. Nach dem Rückzug des Initiators konnte keine verantworltiche Person mehr eruiert werden.

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Die Behörden seien von keinem Veranstalter um eine Bewilligung für das medial inszenierte Massenbesäufnis angefragt worden, schreibt der Stadtrat in seiner gestern veröffentlichten Antwort auf eine FDP-Interpellation.

Nach dem Rückzug des Initiators habe keine verantwortliche Person mehr eruiert werden können. «Somit konnten die entstandenen Kosten für die Reinigung und Abfallbeseitigung niemandem in Rechnung gestellt werden», so der Stadtrat. Ausserdem gebe es aufgrund der gültigen Rechtslage «kaum Möglichkeiten, die einzelnen Teilnehmer solidarisch für entstandenen Sachschaden haften zu lassen».

Anders die Stadt Winterthur: Diese prüft laut dem Zürcher Stadtrat, ob einzelne Teilnehmer des dortigen «Botellons» haftbar gemacht werden können. Der Ausgang des Rechtsverfahrens bleibe abzuwarten. Werde die Haftung bejaht, «könnte ein Verfahren auch in der Stadt Zürich inskünftig ins Auge gefasst werden, wenn die Voraussetzungen dazu erfüllt sind», hält die Stadtregierung dazu fest.

Nach dem «Botellon» auf der Zürcher Blatterwiese mussten 6,5 Tonnen Abfall weggeräumt werden. 3 Tonnen mehr als üblich, wie der Stadtrat schreibt. Ausserdem wurde die Wiese gereinigt und von Glasscherben gesäubert. Kostenpunkt: 24 000 Franken. Weitere 10 000 Franken kostete die Behebung der Schäden. (mz/wi/fhe)