Schweiz

Stadt Luzern nimmt ihren ersten Elektro-Güselwagen in Betrieb

Ein Jahr lang testet die Stadt Luzern ein Elektro-Kehrichtfahrzeug. Bewährt sich der ausschliesslich mit Strom betriebene Lastwagen, will die Stadt künftig mehrere solche Fahrzeuge anschaffen.

Am Donnerstag hat das Strasseninspektorat der Stadt Luzern seinen ersten Elektro-Güselwagen entgegengenommen. «Der Lastwagen wird ein Jahr lang getestet», erklärt Heinz Zurkirchen, Ressortleiter Werkdienste. Bewährt er sich, bleibt er in Luzern in Betrieb. Dazu wurde ein Mietvertrag mit dem Hersteller MAN über fünf Jahre abgeschlossen. Überzeugt das eine Million Franken teure Fahrzeug nicht, geht es zurück an den Hersteller.

«Die Variante mit dem Mietvertrag wurde gewählt, um das Risiko des teuren Fahrzeuges zu verteilen», sagt Zurkirchen. Denn beim Fahrzeug handle es sich nicht um ein Standardfahrzeug. Es werde eine periodische Abrechnung erstellt. Der Mietvertrag über fünf Jahre sei inklusive Reparatur und Wartung. Äusserlich entspricht es den gängigen Sammelfahrzeugen:

Elektro-Güselwagen

Elektro-Güselwagen

Das ausschliesslich mit Strom betriebene Gefährt ist maximal 27 Tonnen schwer, produziert keine Abgase und ist leiser als herkömmliche Fahrzeuge. Da der Motor während der Fahrt kaum zu hören ist, wurde ein Geräuschsimulator eingebaut. «Bis ungefähr 30 Stundenkilometer ist der Geräuschsimulator in Betrieb, danach stellt er automatisch ab. Denn bei dieser Geschwindigkeit ist das Abrollen der Pneus hörbar», erklärt Zurkirchen.

Durch den Einsatz eines Elektroantriebs könnten pro Fahrzeug und Tag durchschnittlich 70 bis 75 Liter Diesel eingespart werden. Geladen werden die Batterien über das Stromnetz. Die Stadt Luzern bezieht einen Strommix mit mindestens 60 Prozent erneuerbarer Energie, was dem «Aktionsplan Luft, Energie, Klima» entspricht. Auf den Dächern des städtischen Werkhofs soll in den nächsten Jahren eine Photovoltaikanlage installiert werden.

Aktuell stehen in der Stadt acht Standard-Kehrichtwagen im Einsatz, mit dem Elektro-Kehrichtfahrzeug sind es neun. Die Testphase ist notwendig, da noch wenig Erfahrung mit solchen Fahrzeugen bei der Güselabfuhr bestehe, so Zurkirchen. Da Kehrichtwagen oft anfahren und wieder stoppen sowie der Abfall gepresst werden müsse, verbrauche das Fahrzeug viel Energie und das müsse die Batterieleistung hergeben.

© Pressedienst

Pläne für den Einsatz des Elektro-Güselwagens wurden schon vor Jahren geschmiedet. Warum hat es so lange gedauert? «Der Wagen ist ein Entwicklungsprojekt und wird laufend verbessert. An der Konstruktion sind mehrere Unternehmen beteiligt», begründet Zurkirchen die immer wieder verschobene Inbetriebnahme.

Das Chassis des neuen elektrischen Fahrzeugs stammt von der Firma MAN Truck & Bus Schweiz AG, die Umrüstung zum Elektrofahrzeug fand durch die niederländische Firma EMOSS statt. Sie ist in der Schweiz durch die Firma Ceekon AG vertreten ist.

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