Langenthal
Stadt kauft für die Sicherheit ein

Die Stadtpolizei ist bald Geschichte, Kantonspolizei heisst in Langenthal die Zukunft. Die Stadt ist zwar weiterhin für die Sicherheit zuständig, die Mittel zur Durchsetzung ebendieser kauft sie ab nächstem Jahr aber beim Kanton ein.

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Polizei

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az Langenthaler Tagblatt

Tobias Granwehr

Der Termin ist seit langem bekannt, doch jetzt kommt er mit grossen Schritten auf die Stadt zu: Am 1. Januar erfolgt die Einführung der Einheitspolizei, die Zeit der Stadtpolizei Langenthal endet zu diesem Zeitpunkt. Im ganzen Kanton ist also ein und dieselbe Polizei zuständig. Somit wird sich auch für das städtische Amt für öffentliche Sicherheit (AföS) - wo die Stadtpolizei bisher angegliedert war - einiges ändern -, auch wenn dessen Vorsteher Andreas Ryf gestern sagte: «Für mich ändert sich nicht allzu viel.» Er verliere seinen Job ja nicht, so wie viele Leute gedacht hätten. Ryf bleibt Amtsvorsteher.
Die Stadt sorgt zwar weiterhin für die Erfüllung der Aufgaben der Sicherheits- und Verkehrspolizei. Soweit diese Aufgaben aber polizeiliche Massnahmen erfordern, liegt der Vollzug ausschliesslich bei der Kantonspolizei. Ab nächstem Jahr kaufe die Stadt deshalb bei der Kapo Dienstleistungen im Umfang von fünf Personaleinheiten ein, erklärte Ryf an der Medienorientierung. Die Kapo werde künftig beispielsweise für Tages- und Nachtpatrouillen zuständig sein, ebenso wie für die Bewältigung von Grossveranstaltungen, sagte der Amtsvorsteher. Ein Beispiel seien die Eishockeyspiele in Schoren. Zu weiteren Aufgaben der Katonspolizei gehören der Verkehrsunterricht in der Oberstufe, Interventionen bei Streitigkeiten und bei Nachtruhestörungen oder auch Präventionsmassnahmen gegen Littering und Vandalismus. Um die Aufgabenbereiche klar zu definieren, wurde ein Ressourcenvertrag zwischen Stadt und Kantonspolizei abgeschlossen.

Zwei Stadtpolizisten bleiben

Daneben gibt es auch Aufgaben, die bei der Stadt verbleiben. Künftig werden sich Mitarbeitende des AföS um die Kontrolle des ruhenden Verkehrs inklusive Ausstellen von Parkbussen kümmern. «Auch die Marktpolizei, die Amts- und Vollzugshilfe, die Kontrolle der Plakatwerbung oder die Strassensignalisation erledigen wir weiterhin», sagte Ryf. «Von den sechs bisherigen Vollzeitstellen der Stapo werden vier aufgehoben. Zwei bisherige Mitarbeitende der Stadtpolizei übernehmen die oben erwähnten Aufgaben.» Zwei Polizisten wechseln zur Kapo, eine Polizistin hat sich bereits Mitte Jahr beruflich neu orientiert und eine Stelle war seit längerem nicht mehr besetzt. Die Kantonspolizei übernimmt nicht nur Personal von der Stadt, sondern auch Material. Ryf: «Es handelt sich dabei um den Streifenwagen, die persönliche Bewaffung der übertretenden Polizisten und Waffen aus dem Korpsbestand.»

Neues Polizeiinspektorat

Das AföS erfährt durch die Umstellung diverse Änderungen: Bisher stellte die Stapo innerhalb des Amtes einen Fachbereich dar. «Neu werden die ‹Polizeiverwaltung› und ‹Stadtpolizei› in das neue ‹Polizeiinspektorat› überführt», sagte der Amtsvorsteher. Das Polizeiinspektorat wird durch den bisherigen Postenchef Peter Hegi geleitet.

In den Aufgabenbereich dieses neuen Inspektorates gehören laut Ryf das Eibürgerungswesen - «der Aufwand dafür ist nicht zu unterschätzen» -, die Gewerbepolizei und das Bewilligungswesen für Anlässe auf öffentlichem Grund. Es gebe neu zwei Schalter als Anlauftstellen für alles, was das AföS ab Neujahr anbiete, so Ryf. Bisher hat es vier Schalter gegeben: Einwohnerdienste, Stadtpolizei, Zivilschutz, AföS. Ab Januar gibt es dann je einen Schalter für die Einwohnerdienste - der meist besuchte der gesamten Stadtverwaltung - sowie einen für das Polizeiinspektorat.

Zur neuen Organisation der Kantonspolizei in Langenthal erklärte Hans Peter Aebi, Bezirkschef des Polizeibezirkes Aarwangen: «Bisher gab es drei Dienstgruppen in Langenthal, neu werden es vier sein.» Thomas Sollberger, Regionenchef Mittelland-Emmental-Oberaargau der Kantonspolizei, zeigte sich überzeugt: Die Einheitspolizei könne das leisten, was die Bürgerinnen und Bürger von der einer Polizei erwarteten.

Polizei ist weiter präsent

Der Ressourcenvertrag mit der Kantonspolizei enthalte Steuerungsmöglichkeiten für die Stadt, zeigte sich Stadtpräsident Thomas Rufener (SVP) mit der Situation zufrieden. Wichtig sei, dass der Polizeiposten in der Stadt nicht aufgehoben werde, sondern bleibe. «Die Polizei ist in Langenthal nach wie vor präsent.»

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