Kirgistan

Staatstrauer für Opfer des Aufstands in Kirgistan

Protestierende Kirgisen auf dem Hauptplatz in Bischkek

Protestierende Kirgisen auf dem Hauptplatz in Bischkek

Nach dem blutigen Volksaufstand in Kirgistan hat sich die Lage offensichtlich stabilisiert. Militär, Einheiten des Innenministeriums sowie Bürgerwehren hatten die Situation in Bischkek nach Angaben der Übergangsregierung in der Nacht unter Kontrolle.

Plünderer und gewalttätige Jugendliche seien mit Tränengas und Warnschüssen gestoppt worden, teilte das Innenministerium der kirgisischen Nachrichtenagentur Akipress zufolge mit.

In der Hauptstadt patrouillierten Bürgerwehren, um weiter für Ruhe und Ordnung zu sorgen, teilte die Chefin der Übergangsregierung, Rosa Otunbajewa, mit. Eine Delegation der von der Opposition eingesetzten neuen Führung wurde in Moskau erwartet.

Bei den Gesprächen unter Leitung des früheren Präsidentschaftskandidaten Almasbek Atambajew sollte es auch um humanitäre Hilfe für das völlig verarmte Hochgebirgsland gehen, meldete die Nachrichtenagentur Interfax. Am Vortag hatte Regierungschef Wladimir Putin der Ex-Sowjetrepublik Unterstützung zugesichert.

Die Übergangsregierung erwägt zudem die frühzeitige Schliessung des für die Nato in Afghanistan wichtigen US-Luftwaffenstützpunkts Manas. Ein hochrangiger Vertreter Russlands deutete an, man werde die neuen Machthaber in Kirgistan auffordern, den US-Stützpunkt zu schliessen.

Ungeachtet der neuen Regierungsaktivitäten lehnte der aus der Hauptstadt vertriebene Staatschef Kurmanbek Bakijew einen Rücktritt weiter ab. Der 60-Jährige gilt allerdings wegen fehlender internationaler Unterstützung als isoliert. Bakijew hält sich nach eigenen Angaben weiter im Süden des Landes auf.

In ganz Kirgistan gilt von heute an eine zweitägige Staatstrauer. Seit Dienstag waren bei den gewaltsamen Protesten gegen die autoritäre Regierung von Präsident Bakijew mehr als 70 Menschen getötet und 1500 weiter verletzt worden.

Kirgistan ist für den Westen von grossem strategischen Interesse. Das Land liegt nördlich von Iran und Afghanistan und soll ein Bollwerk gegen islamische Extremisten bilden.

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