Würde der Staat in gewissen Situationen vermehrt auf Englisch mit der Bevölkerung kommunizieren, käme dies den von der Wirtschaft begehrten hochqualifizierten Arbeitskräften entgegen, teilte der Schweizerischen Nationalfonds (SNF) mit. Diese Menschen lebten zum Teil nur für eine begrenzte Zeit hier und seien kaum zum Erlernen einer Landessprache zu verpflichten.

Die Einführung der Teil-Amtssprache Englisch würde zudem vollziehen, was bereits Realität sei: Das Englische habe nämlich auch in der Schweiz bereits grosse Teile der Arbeitswelt durchdrungen, besonders bei international ausgerichteten Unternehmen.

Die Studie wurde im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms "Sprachenvielfalt und Sprachkompetenz in der Schweiz" (NFP 56) von den Juristen Alberto Achermann und Jörg Künzli erstellt. Die Autoren machen darin verschiedene Empfehlungen, wie sprachliche Barrieren abzubauen wären.

Spitäler sollten zum Beispiel professionelle Übersetzungshilfen beiziehen und Merkblätter in verschiedenen Sprachen anbieten. Und der Staat sollte eingewanderten Kindern die lokale Amtssprache in Kinderhorten, im Kindergarten oder in der Schule verstärkt vermitteln.

Problematisch ist laut der Studie, Einwanderern Sprachkurse aufzuzwingen, wie es das neue Ausländergesetz vorsieht. Einwanderer aus EU-Staaten können nämlich nicht zur Integration verpflichtet werden, was zu Rechtsungleichheit unter den Immigranten führt. Besser wären positive Anreize: Wer eine Amtsprache beherrscht, erhielte zum Beispiel rascher eine Aufenthaltsgenehmigung.