Die 60-jährige Hilber war 1996 zusammen mit Rita Roos (CVP) als eine der beiden ersten Frauen in die St. Galler Regierung gewählt worden. Mit dem Departement des Innern und dem Militärdepartement übernahm sie zwei unterschiedliche und weit gefächerte Aufgaben.

Hilber habe sich als Reformerin "mit Erfolg für die Modernisierung und Straffung der staatlichen Strukturen eingesetzt", schreibt die Staatskanzlei. Die SP-Politikerin engagierte sich für eine neue St. Galler Kantonsverfassung, förderte Gemeindefusionen und stiess in als "Kulturministerin" zahlreiche Projekte an.

Beharrlich und vermittelnd

Auf Widerstand stiess Hilber bei der Umsetzung des innerkantonalen Finanzausgleichs und beim kantonalen Bürgerrechtsgesetz, das von der SVP bekämpft wurde. Hilber behielt jedoch auch bei umstrittenen Projekten geduldig, hartnäckig und vermittelnd das übergeordnete Ziel im Auge.

Zu ihrem Leistungsausweis gehört der Aufbau einer umfassenden kantonalen Integrationspolitik. Zudem gab Hilber den Anstoss für eine gemeinsame Behindertenpolitik der Ostschweizer Kantone.

1986 bis 1995 hatte die Sozialdemokratin dem St. Galler Kantonsrat angehört. 1995 wurde sie in den Nationalrat gewählt. Dieses Mandat gab sie ein Jahr später, nach ihrem Sprung in die Kantonsregierung, wieder ab. Für Hilber rückte Hildegard Fässler in den Nationalrat nach.