Maximal 35 Jahre alt, sehr gute Kenntnisse in mehreren Fremdsprachen, einen Masterabschluss und einen makellosen Strafregisterauszug. Das sind nur einige der Anforderungen, welche angehende Schweizer Diplomaten erfüllen müssen.

Bevor sie zur zweijährigen Ausbildung zugelassen werden, durchlaufen sie den berühmt-berüchtigten «Concours diplomatique»: Ein mehrmonatiges Auswahlverfahren, an dessen Ende nur ein Bruchteil der Kandidaten übrig bleibt.

Wer sich dieses Jahr noch für die Diplomatenausbildung bewerben will, muss sich sputen: Am 8. April läuft die Bewerbungsfrist ab.

Wer sich dieses Jahr noch für die Diplomatenausbildung bewerben will, muss sich sputen: Am 8. April läuft die Bewerbungsfrist ab.

Bis zu mehreren hundert Interessierte bewerben sich jeweils. Diese Zahl dürfte künftig eher noch zunehmen: Das Schweizer Fernsehen dreht zurzeit eine mehrteilige Dokumentation über die künftigen Botschafter und Unterhändler. Das Aussendepartement (EDA) gewährt den Kamerateams exklusiven Zugang.

Ein EDA-Sprecher bestätigt: Das Fernsehen habe das Departement mit der Idee einer Serie über die Schweizer Diplomatie und die Ausbildung junger Diplomaten kontaktiert. «Das EDA hält dies für eine gute Gelegenheit, um der Öffentlichkeit Einblick in die diplomatische Arbeit zu geben, eine Welt, welche der breiten Bevölkerung nur am Rande bekannt ist.»

Die Dreharbeiten seien im Gang, der Sendetermin noch nicht bekannt. Das Projekt verursache keine Mehrkosten, ein Sprecher begleite es neben seinen üblichen Pflichten.
Das Schweizer Fernsehen SRF spricht von einem «Langzeitprojekt». Frühester Ausstrahlungstermin sei in der ersten Jahreshälfte 2019. «Mehr können wir darüber noch nicht sagen.»

Nicht zu Superstars machen

Unter Mitgliedern der aussenpolitischen Kommissionen im Parlament löst das Vorhaben gemischte Reaktionen aus. «Meine Begeisterung hält sich in engen Grenzen», sagt der St. Galler SVP-Nationalrat Roland Büchel. Er findet: «Junge Diplomaten sollen zuerst zeigen, was sie taugen, bevor man sie zu Superstars macht.»

Büchel selbst hat in jungen Jahren beim Aussendepartement eine Ausbildung zum Konsulats- und Botschaftsangestellten absolviert. Er sagt, wenn das SRF wirklich eine Doku-Serie über die Schweizer Diplomatie machen wolle, dann «nicht mit Stiften, sondern den Profis».

Der Zürcher SP-Aussenpolitiker und Nationalrat Martin Naef ist anderer Meinung. Er ortet bei Kommissionskollege Büchel eine «Post-No-Billag-Abstimmungsdepression». Das SRF mache niemanden zum Superstar. «Ich finde, in der Aussenpolitik wird in der Tendenz eher zu wenig als zu viel kommuniziert.» Es sei gut und sinnvoll, wenn das SRF dokumentiere, wie das alles funktioniere. «Unsere Diplomaten machen überall auf der Welt einen unglaublichen Job. Ich habe überhaupt keine Vorbehalte, wenn man das im Fernsehen zeigt, – im Gegenteil.»

Kein Job auf sicher

Die diesjährige Anmeldefrist für den «Concours diplomatique» läuft noch bis zum 8. April. Danach müssen die Teilnehmer zwei Prüfungsrunden durchlaufen und dabei politische Analysen verfassen, unter Zeitdruck eine Informationsnotiz schreiben, mündliche Klausuren in Geschichte, Kultur, Staats- und Völkerrecht, Politik und Wirtschaft ablegen.

Wer keine aktuellen Sprachzertifikate vorweisen kann, muss zusätzliche Tests bestehen. Der Entscheid über die Zulassung für die Ausbildungsphase 2019 bis 2021 erfolgt Ende November. Es folgen sieben Monate in der Zentrale, danach 15 Monate in einer Vertretung im Ausland. Und selbst wer all dies geschafft hat, hat den Job erst nach der Schlussprüfung auf sicher. Genug Dramatik für eine Doku-Serie.