Anschlag in Berlin
Spur der Tatwaffe führt in die Schweiz

Die Spur der Tatwaffe des Berlin-Anschlags führt in die Schweiz. So wurde wurde die Waffe Anfang der 1990er-Jahre legal in die Schweiz importiert.

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Terroranschlag mit LKW an Berliner Weihnachtsmarkt (19.12.2016)
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Der Lastwagen kracht durch die Gasse zwischen den Buden und überfährt Menschen. Nach 60 bis 80 Metern durchbricht er die linke Reihe der Buden und kommt halb auf der Budapester Strasse zum Stehen.
Der Fahrer klettert aus dem LKW und flüchtet. Ein zweiter Mann bleibt bewegungslos auf dem Beifahrersitz sitzen.
Mindestens 12 Menschen sterben, etwa 50 werden verletzt.
Ein Grossaufgebot von Rettungskräften kümmert sich um die Verletzten nach dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt.
Die Polizei sperrt den Breitscheidplatz weiträumig ab. Die Kriminalpolizei beginnt mit ersten Untersuchungen des Tatorts.
Notärzte und Sanitäter versorgen verletzte Menschen. Die Feuerwehrleute decken Leichen ab.
20:56 Uhr: Eine Polizeistreife aus einem Funkwagen nimmt einen Verdächtigen nahe der Siegessäule fest. Der Mann war nach einem Medienbericht von einem Zeugen durch den Tiergarten verfolgt worden, der gleichzeitig über sein Telefon die Polizei verständigte. Der Verdächtige wird in den folgenden Stunden befragt.
Medien berichten vom Ort des Geschehens. Im Hintergrund die Berliner Gedächtniskirche.
Der Morgen danach: Der Lkw-Anhänger neben zerstörten Weihnachtsstände und -hütten.
Der polnische Lastwagen war von Turin nach Berlin gefahren.
Route des Lastwagens von Turin nach Berlin – und dort zum Breitscheidplatz
Die Zugmaschine des Lastwagens, deren Windschutzscheibe zersplittert ist, wird am Morgen nach der Tat abgeschleppt und soll weiter untersucht werden.
18.54 Uhr am 20.12.: Der festgenommene Verdächtige kommt wieder frei. Die bisherigen Ermittlungsergebnisse hätten keinen dringenden Tatverdacht gegen den Beschuldigten ergeben, teilte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mit.
Augenzeugen hätten den Lastwagenfahrer nach dem Anschlag nicht lückenlos verfolgt, die kriminaltechnischen Untersuchungen hätten ausserdem bislang keinen Beleg erbracht, dass der Mann im Führerhaus des Lastwagens gewesen sei.
20.13 Uhr: Fast genau 24 Stunden nach dem Anschlag nimmt die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) den Angriff für sich in Anspruch. Der Täter sei ein "Soldat des Islamischen Staates" gewesen, meldete das IS-Sprachrohr Amak.
Die Menschen trauern in Berlin um die Opfer des Terroranschlags.
Die Bundeskanzlerin schreibt in der Gedächtniskirche ins Kondolenzbuch.
Bundeskanzlerin Angela Merkel legt am Berliner Weihnachtsmarkt Blumen nieder, neben ihr Innenminister Thomas de Maiziere (CDU), Aussenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Berlins Bürgermeister Michael Müller.
Bundeskanzlerin Angela Merkel und andere legen Blumen nieder.
Nach dem Anschlag werden an den Weihnachtsmärkten die Sicherheitsmassnahmen verschärft.
Der Spediteur und Besitzer des Todes-Lastwagens erteilt den Medien Auskunft. Er ist auch der Cousin des LKW-Chauffeurs. Die Polizei geht davon aus, dass der Täter bei einem Kampf im Fahrerhaus des Camions mit dem polnischen Chauffeur verletzt worden ist und den Polen tötete.
Das Brandenburger Tor leuchtet am Abend nach dem Anschlag in den Berliner Farben.
21.12.2016: Zwei Tage nach dem Terroranschlag von Berlin wird ein tunesischer Tatverdächtiger öffentlich zur Fahndung ausgeschrieben: Es handelt sich um den 24-jährigen Anis Amri. Für Hinweise wurden bis zu 100'000 Euro Belohnung ausgeschrieben.
Der Name Anis Amri war auf einem Ausweisdokument im Fahrerhaus des Lastwagens gefunden worden, mit dem am Montag der Anschlag verübt wurde. Nach Informationen aus Sicherheitskreisen hatte der Tatverdächtige mehrere Identitäten genutzt.
MIt Kerzen und Blumen trauert Berlin um die Opfer.
Berlin trauert - hier mit Kerzen auf dem Breitscheidplatz im alten Westberliner Zentrum.
Am 23. Dezember wird Anis Amri bei einer Polizeikontrolle in Mailand getötet. Um 3 Uhr wollen ihn Polizisten kontrollieren, da zieht er eine Waffe, schiesst und verletzt einen Polizisten. Der andere Polizist verfolgt den Terroristen und erschiesst ihn.

Terroranschlag mit LKW an Berliner Weihnachtsmarkt (19.12.2016)

Keystone

Dies haben Abklärungen des Bundesamts für Polizei (fedpol) ergeben, wie dieses am Mittwoch zusammen mit der Bundesanwaltschaft (BA) mitteilte. Dies sei allerdings die einzige gefundene Spur der Waffe in der Schweiz. Sie erscheine nicht in den kantonalen Waffenregistern.

Der "Weg, den die Waffe fortan nahm", ist nicht bekannt, wie das fedpol weiter schreibt. Es hält fest, dass zum damaligen Zeitpunkt kein nationales Waffenrecht existierte. Diese Informationen habe man den deutschen Behörden übermittelt. Das deutsche Bundeskriminalamt (BKA) hatte eine Anfrage zur Überprüfung der Waffe des Täters ans fedpol gerichtet.

Weitere Abklärungen in Zusammenhang mit dem Anschlag vom 19. Dezember in Berlin seien noch im Gang, heisst es weiter. Das eröffnete Strafverfahren der BA gegen Unbekannt werde fortgeführt. Dabei geht es um "vorliegende Kontaktdaten rund um Anis Amri", den Attentäter von Berlin. Bisher gebe es keine konkreten Hinweise und Bezüge des Attentäters zu Personen oder Institutionen in der Schweiz.

Beim Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt im Dezember waren insgesamt zwölf Menschen ums Leben gekommen. Der Terrorist wurde wenige Tage später bei Mailand von Polizisten erschossen.