Berufsschule: Wer sich schlecht benimmt
Spucken, Pfeifen, Telefonieren: Wer das tut, wird gebüsst

Kaugummi kauen im Unterricht oder Handyläuten, schwänzen oder auf den Boden spucken: Wer sich an Aargauer Berufsschulen schlecht benimmt, wird gebüsst. Pro geschwänzte Lektion bezahlen Schüler 10 Franken, auf den Boden spucken kostet 50 Franken. «Man kann das mit einer Geschwindigkeitsbusse vergleichen», sagt Paul Knoblauch, Konrektor der Berufsschule in Aarau.

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Aargauer Zeitung

Von Franziska Herren

Keine Geldbussen an Kantons- und Bezirksschulen Kantonsschulen und Bezirksschulen verlangen von den Schülern keine Geldbussen. An der Bezirksschule Baden beispielsweise regelt jede Lehrperson nach ihrem Gusto, wie sie mit einem Schüler verfährt, der sich daneben benimmt. Meist bewegen sich die Strafen zwischen Aufsatz schreiben, eine Stunde nachholen oder das Natel abgeben. «Bei härteren Fällen wie Töffli frisieren oder Diebstahl müssen Schülerinnen oder Schüler zum Arbeitseinsatz beim Hausabwart antreten», erklärt Barbara Schwarz von der Schulleitung der Bezirksschule Baden. Auch an der altern Kantonsschule in Aarau kennt man keine Geldbussen. Vielmehr wird auf pädagogische Massnahmen gesetzt. Diese sind in der Mittelschulverordnung verankert und in vier Stufen unterteilt. «In der ersten Stufe muss eine Schülerin oder ein Schüler beispielsweise nachsitzen oder Abfall einsammeln, je nach Fehlverhalten», erklärt Kurt Büchler, Prorektor der alten Kantonsschule Aarau. Die zweite Stufe beinhalte einen schriftlichen Verweis, die dritte eine Androhung auf Wegweisung von der Schule. Im vierten und letzten Schritt wird ein Antrag auf Wegweisung gestellt. «Dieser Schritt erfolgt bei grober Verletzung der Schulordnung, Verweigerung von Leistungen oder schwerem Absenzenvergehen. Und er kommt sehr selten, sprich alle zwei bis drei Jahre zur Anwendung», sagt Büchler. Geldbussen an einer Kanti stuft Büchler als fraglich ein, da die Schülerinnen und Schüler ja noch kein Geld verdienen. (fhe)

Keine Geldbussen an Kantons- und Bezirksschulen Kantonsschulen und Bezirksschulen verlangen von den Schülern keine Geldbussen. An der Bezirksschule Baden beispielsweise regelt jede Lehrperson nach ihrem Gusto, wie sie mit einem Schüler verfährt, der sich daneben benimmt. Meist bewegen sich die Strafen zwischen Aufsatz schreiben, eine Stunde nachholen oder das Natel abgeben. «Bei härteren Fällen wie Töffli frisieren oder Diebstahl müssen Schülerinnen oder Schüler zum Arbeitseinsatz beim Hausabwart antreten», erklärt Barbara Schwarz von der Schulleitung der Bezirksschule Baden. Auch an der altern Kantonsschule in Aarau kennt man keine Geldbussen. Vielmehr wird auf pädagogische Massnahmen gesetzt. Diese sind in der Mittelschulverordnung verankert und in vier Stufen unterteilt. «In der ersten Stufe muss eine Schülerin oder ein Schüler beispielsweise nachsitzen oder Abfall einsammeln, je nach Fehlverhalten», erklärt Kurt Büchler, Prorektor der alten Kantonsschule Aarau. Die zweite Stufe beinhalte einen schriftlichen Verweis, die dritte eine Androhung auf Wegweisung von der Schule. Im vierten und letzten Schritt wird ein Antrag auf Wegweisung gestellt. «Dieser Schritt erfolgt bei grober Verletzung der Schulordnung, Verweigerung von Leistungen oder schwerem Absenzenvergehen. Und er kommt sehr selten, sprich alle zwei bis drei Jahre zur Anwendung», sagt Büchler. Geldbussen an einer Kanti stuft Büchler als fraglich ein, da die Schülerinnen und Schüler ja noch kein Geld verdienen. (fhe)

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Auch am berufsbildungszentrum bbz freiamt werden Schülerinnen und Schüler gebüsst, wenn sie sich schlecht benehmen. Handyläuten, Kaugummi kauen, Essen und Trinken oder im Internet surfen während des Unterrichts kostet 10 Franken. Wer ein Buch zu Hause vergisst, wird mit 5 Franken gebüsst.

Besonders teuer wird es für Schülerinnen oder Schüler, die auf den Boden spucken. Diese müssen dem Abwart einen «Reinigungsbeitrag» von 50 Franken zahlen. «Seit wir diese Massnahme eingeführt haben, hat die Spuckerei aufgehört», sagt Orlando Müller, Rektor des berufsbildungszentrum bbz freiamt. Insgesamt bringe der erzieherische Faktor, der über die Geldbusse laufe, sehr viel.

40000 Franken Busgeld

An der Berufsschule Aarau mit ihren 3000 Schülerinnen und Schülern wird im Durchschnitt praktisch jeden Tag eine Disziplinarbusse ausgestellt. «Es handelt sich vorwiegend um Mehrfachtäter», sagt Knoblauch. Wenn es sich bei einem Schüler anhäufe, werde das Gespräch gesucht. «Wir wollen die Schüler nicht ausnehmen, sondern eine Haltungsänderung bewirken.»

Jährlich sammelt sich in der Kasse der Berufsschule Aarau ein Betrag von rund 40 000 Franken an. Das Geld wird für Exkursionen eingesetzt. Auch am berufsbildungszentrum bbz freiamt kommt das Bussgeld den Schülern zugute. «Wir setzten den Betrag beispielsweise für Aktionen wie Fünffranken-Menüs in der Mensa, Exkursionen oder Sporttage ein», erklärt Orlando Müller.

Die Disziplinarmassnahmen unterliegen im Kanton Aargau der Verordnung über Berufs- und Weiterbildung. Dort ist festgehalten, dass den Schülern pro unentschuldigte Lektion maximal 20 Franken abverlangt werden kann. Im Aargau habe man sich aber auf 10 Franken pro geschwänzte Lektion geeinigt, erklärt Knoblauch.