FIFA-Affäre
Sportminister Ueli Maurer über den Skandal: «Es ist eine Chance für den Sport»

Der Schweizer Sportminister Ueli Maurer äussert sich am Swiss Media Forum erstmals zum Fifa-Skandal. Am Medienkongress in Luzern kündigte er für seine Eröffnungsrede am Fifa-Kongress scharfe Worte an – und nimmt auch die Politik in die Verantwortung.

Andreas Schaffner
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Sportminister Ueli Maurer sieht keinen Imageschaden für die Schweiz: «Es ist sogar leicht positiv für die Schweiz.»

Sportminister Ueli Maurer sieht keinen Imageschaden für die Schweiz: «Es ist sogar leicht positiv für die Schweiz.»

Keystone

Bis jetzt hat sich der Schweizer Sportminister Ueli Maurer mit Kommentaren zum jüngsten Fifa-Skandal zurückgehalten. Während des Swiss Media Forums in Luzern hat sich Maurer nun erstmals dazu geäussert.

Er sei von der Verhaftung der sieben Fifa-Vertretern überrascht gewesen und war nicht vorinformiert. Die Vorgänge selber seien jedoch «eine Chance für den Sport», sagte Maurer weiter. Maurer wird heute Abend in Zürich die Eröffnungsrede am Fifa-Kongress halten. Und darin werde er im Namen des Bundesrats die Fifa nicht schonen: Die Fifa sei aus der Balance geraten, wird er sagen.

Er wird die anwesenden Delegierten auffordern, die Balance zu suchen. Sport habe langfristig nur eine Chance, wenn er «mehr oder weniger» sauber sei. Einen Imageschaden für die Schweiz durch den jüngsten Skandal befürchtet der SVP-Bundesrat und Fussball-Liebhaber nicht. «Es ist sogar leicht positiv für die Schweiz.»

Maurer glaubt, dass Fifa-Präsident Sepp Blatter, den er persönlich gut kennt, morgen wiedergewählt wird. Blatter habe auch viel Gutes für den Fussball getan. Maurer verwies auf die Uno-Konvention gegen Korruption im Sport, die die Schweiz initiiert habe und Erstunterzeichnerin sei. Ausfluss daraus sei, dass sich die Schweiz verpflichtet, ihre Straftatbestände zu verschärfen, so Maurer am Medienkongress. Die Politik habe in dieser Frage auch eine Verantwortung.

Der Schweizer Sportminister sagte weiter, dass die Schweiz weiterhin ein Interesse daran haben muss, die grossen internationalen Sportverbände zu beheimaten. Deshalb ist er grundsätzlich gegen eine strengere Besteuerung der meist als Verein organisierten Verbände, wie die Fifa oder das Internationale Olympische Komitee.

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