Spitexintegration: Gegner stören sich am horrenden Tempo

Altersheim Würenlingen: Die Trägerin Wirna Vita AG will die Spitexvereine Endingen-Unterendingen-Tegerfelden und Würenlingen unter ihrem Dach vereinen.

Altersheim Würenlingen Die Trägerin Wirna Vita AG will die Spitexvereine Endingen-Unterendingen-Tegerfelden und Würenlingen unter ihrem Dach vereinen. AZ-Archiv/Michael Hunziker

Altersheim Würenlingen: Die Trägerin Wirna Vita AG will die Spitexvereine Endingen-Unterendingen-Tegerfelden und Würenlingen unter ihrem Dach vereinen.

Eine Woche vor den ausserordentlichen Generalversammlungen der Spitexvereine Endingen-Unterendingen-Tegerfelden und Würenlingen hat die Wirna Vita AG über die Eingliederung der Spitexdienste in ihr Haus informiert.

Angelo Zambelli

Gross war das Interesse der Bevölkerung an der Veranstaltung in der Aula des Schulhauses Dorf; gross war auch die Anzahl der Referenten, welche die Wirna Vita AG (eine Kombination der alten Ortsbezeichnung Wirnaningum und Vita) als Trägerin des Altersheims Würenlingen aufgeboten hatte.

Zu der neusten Entwicklung rund um die Wirna Vita AG sprachen André Zoppi (Gemeindeammann Würenlingen), Roland Wormser (Verwaltungsratspräsident Wirna Vita), Erwin Baumgartner (Gemeindeammann Tegerfelden), André Ladner (Präsident Spitex Würenlingen), Ursula Payne (Gemeinderätin Endingen), Bruno Senn (Vizepräsident Wirna Vita), Débora Solèr (Geschäftsführerin Wirna Vita), Elisabeth Zihlmann (Pflegedienstleiterin Wirna Vita) sowie Urs Niffeler als Vertreter des Kantons.

Auflistung der Vorteile

Wiederholt wurden die Vorteile einer Integration der beiden Spitexvereine ins Altersheim Würenlingen herausgestrichen.

Als wesentlichste Elemente wurden genannt: die Betreuung aus einer Hand, bedürfnisgerechte Leistungen, modernster Stand in der Langzeitbetreuung, Betreuung an Demenz erkrankter Patientinnen und Patienten, Sicherstellen der vom Pflegegesetz geforderten Leistungen, Möglichkeit, die ambulante und die stationäre Betreuung besser abzustimmen, oder wie es Gemeindeammann Zoppi kurz und bündig nannte: «Eine Pflege mit Qualität und Herz.»

Richtig zur Sache gings aber erst nach der rund anderthalbstündigen Informationswelle, als sich die Gegner der Integration der Spitexdienste in die Wirna Vita AG und die Befürworter abwechselnd zu Wort meldeten.

Während die Befürworter die Meinung vertraten, es wäre schade, wenn das zukunftsweisende Projekt scheitern würde, prangerten die Gegner in erster Linie das von der Projektgruppe angeschlagene, ihrer Meinung nach horrende Tempo an. Peter Schwaller (Endingen) sagte, an der Basis herrsche Angst.

Die Menschen seien nicht abgeholt worden. Alles gehe zu schnell. «Gute Strukturen nützen nichts, wenn sie unten nicht ankommen», sagte Schwaller. Die Spitex Endingen-Unterendingen-Tegerfelden sei im Surbtal gut verankert. Die Vorstandsprobleme dürften nicht dazu führen, dass das Kind mit dem Bade ausgeschüttet werde.

Ziel und Zweck der Wirna Vita AG wollte Schwaller nicht infrage stellen, äusserte aber die Vermutung, dass die Spitex nach der Integration zum Nebengeschäft der Wirna Vita AG degradiert werde.

Start um ein Jahr verschieben?

Ein weiteres Thema der Informationsveranstaltung waren Position und Funktion des Gönnervereins, der nach der Integration der Spitexvereine in die Wirna Vita AG aus der Taufe gehoben werden soll. «Der Gönnerverein ist eine Fehlkonstruktion. Die Gelder werden nicht mehr fliessen wie vorher», prophezeite Schwaller.

Erwin Baumgartner hielt dem entgegen, das Projekt sei das Resultat eines langen und durchdachten Prozesses. Die fünf an der Wirna Vita AG beteiligten Gemeinden (Würenlingen, Villigen, Endingen, Unterendingen und Tegerfelden) würden als Aktionäre auch nach der Integration der Spitex die Kontrolle über die Wirna
Vita AG ausüben.

Gegen Ende der Versammlung machte ein Teilnehmer den Vorschlag, der Start des Projekts sei um ein Jahr auf den 1. Januar 2012 zu verschieben und die Zeit für eine bessere Information der Spitexmitglieder zu nutzen. Ohne Aufschub bestehe die Gefahr, dass das Projekt scheitere. Es sei fraglich, ob der Vorstand des Spitexvereins Endingen-Unterendingen-Tegerfelden angesichts der Arbeitsbelastung ein weiteres Jahr durchhalte, lautete die Antwort vom Referententisch.

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