Gesundheitskosten

Sparpotenzial bei Medikamenten: mehrere hundert Millionen Franken

Verschiedene Medikamente (Archiv)

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Gesundheitsminister Pascal Couchepin will die Kosten für Medikamente um mehrere hundert Millionen Franken senken. Gleichzeitig wird der Ruf laut, der Bund müsse die Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen stärker kontrollieren.

Peter Indra, Vizedirektor des Bundesamtes für Gesundheit (BAG), präzisierte gegenüber Schweizer Radio DRS Couchepins Angaben zur Senkung der Medikamentenkosten. Der Gesundheitsminister hatte sich am Freitag nach der Sitzung des Bundesrats nicht darüber geäussert, wieviel Geld er bei den Medikamenten einsparen wolle.

Bei den Medikamenten bestehe ein grosses Sparpotenzial, sagte Indra nun gegenüber Radio DRS. Der Bund wolle hier eine ähnliche Summe einsparen wie mit der Praxisgebühr und den übrigen vom Bundesrat am Freitag beschlossenen Massnahmen.

Diesen Betrag hatten Couchepin und das BAG bisher immer auf etwa 350 bis 450 Millionen Franken beziffert. Am Freitag hatte sich der Gesundheitsminister indes standhaft geweigert, den Spareffekt dieser Massnahmen zu beziffern.

Während die am Freitag vom Bundesrat beschlossenen Massnahmen wie die umstrittene Praxisgebühr noch ins Parlament kommen, kann die Landesregierung über die Senkung der Medikamentenpreise in eigener Regie entscheiden.

Helsana-Präsident und CVP-Ständerat Eugen David (SG) fordert derweil im "Blick", der Bund solle die Wirtschaftlichkeit des Gesundheitssystems viel detaillierter als heute prüfen können. Dazu müsse ein selbständiges Institut geschaffen werden, welches Spitäler, Ärzte, Apotheken, Medikamente, Medizintechnik und auch die Krankenkassen kontrolliere.

Der kantonalbernische Gesundheitsdirektor Philippe Perrenoud hat unterdessen vor allem die Ärzte im Visier. Gemäss Gesundheitsökonomen biete die heutige Entlöhnung der Ärzte falsche Anreize, sagte er in einem Interview mit dem "Bund". Sie verleite dazu, möglichst viel Medizin zu verschreiben.

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