Lommiswil
Sparen ist Trumpf

Lommiswil rechnet damit, zum dritten Mal in Folge rote Zahlen zu schreiben. Der Gemeinderat hat den Gürtel enger geschnallt – und sieht sich trotzdem mit steigenden Auslagen konfrontiert.

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Feuerwehrmagazin Lommiswil

Feuerwehrmagazin Lommiswil

Solothurner Zeitung

Raffaela Kunz

«Wir haben ein paar Mal rauf- und runtergerechnet», verkündete Beatrice Lüthi (Freie Liste) im Rahmen der zweiten Lesung des Budgets 2010 ihren Gemeinderatskollegen. Dabei wurde geschoben und gestrichen, was nur eben möglich war - trotzdem wird mit einem Defizit von 317 000 Franken gerechnet.

Sparposten hier ...

Erstes Opfer der Sparmassnahmen wurde das alte Feuerwehrmagazin. Dessen Unterhalt soll neu erst in einem Gesamtkontext mit einer Nutzungsabklärung angegangen werden. Dasselbe Schicksal teilt die Dorfhalle: Anstehende Arbeiten werden aufgeschoben und sollen im Rahmen eines Unterhaltskonzepts erst in den nächsten Jahren wieder aufgenommen werden - 18 000 Franken können so gespart werden.

Weitere 20 000 Franken treffen den Bereich Bildung. Ein zentrales Thema: Das Treppengeländer im Schulhaus, das gemäss BFU-Vorgaben zehn Zentimeter zu niedrig ist und wackelt. «Für Unfälle haften wir», stellte Lüthi fest. In Anbetracht der Tatsache aber, dass die Sanierung schon seit Jahren immer wieder hinausgeschoben werde, handle es sich um ein «Risiko, das wir eingehen können», fand Ulrich Custer (CVP).

Gutgeheissen wurde im Gegenzug ein Kredit über 5000 Franken für Schulmaterial. «Wenn die Lehrer Schule geben sollen, brauchen sie auch Material», argumentierte Stefan Paratore (SP). Als unhaltbar empfand er insbesondere die Tatsache, dass die Lehrer auf denselben Stühlen sitzen müssen wie die Kinder. «Ist das jetzt nötig bei dieser angespannten Finanzlage?» fragte Adrian Flury (CVP). Der Gemeinderat fand Ja und sprach den Betrag bei einer Enthaltung gut.

... Auslagen da

Noch einmal über die Bücher gegangen war der Gemeinderat zudem im Bereich Bestattungswesen, wo 9500 Franken eingespart werden können. Trotzdem: Auch diverse neue Auslagen und Anpassungen nach oben standen an. «Wir kommen auf keinen grünen Zweig», klagte Paratore. Aktuell musste über einen Beitrag von 53 000 Franken an den «Magnolienpark» (Alters- und Pflegeheim Lebern) diskutiert werden.

«Ich bin versucht, beim Nein zu bleiben», fand Custer: «Wir haben wirklich kein Geld.» Gemeindepräsidentin Erika Pfeiffer (Freie Liste) betonte, dass «die Sache nicht sauber gelaufen» sei. Durch eine Reduktion des Beitrages um 20 000 Franken und die Möglichkeit einer Tranchenzahlung sei der ‹Magnolienpark› nun aber einen grossen Schritt entgegengekommen.

«Wir würden unsere ganze Vorarbeit vernichten», so Pfeiffer. Durch Aufnahme in die Investitionsrechnung sei der Betrag finanzierbar. Weil der betreffende Posten noch nicht in die Budgetrechnung einbezogen war, wurde ein Entscheid aber vertagt. Die Verabschiedung des Budgets findet am 19. November statt.

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