"Wir sind flexibel und haben Verspätungen einberechnet", sagte der Schweizer EU-Botschafter Jacques de Watteville nach dem Treffen des Gemischten Schengenausschusses in Luxemburg. Dies sei darauf zurückzuführen, dass vor der Umsetzung viel diskutiert und vorausgedacht worden sei.

So wurde letztlich entschieden, dass sich die Schweiz auf das System SIS I (one 4 all) konzentriere. Damit sei die Schweiz in einer besseren Lage als andere Länder, die sich entschieden hätten, auf SIS II zu warten.

In dieser ungemütlichen Situation befindet sich zum Beispiel Grossbritannien, das mit SIS II einsteigen wollte. Gerade im Hinblick auf die Olympischen Spiele werden Sicherheitsprobleme befürchtet, falls SIS II bis dahin nicht läuft. Das Land hätte dann keinen Zugriff auf die Schengendatenbank.

Das Bundesamt für Polizei konzipierte die Integration von SIS I und der entsprechenden Anpassung der Arbeitsabläufe so, dass jederzeit auf eine andere Version oder sogar auf ein neues System gewechselt werden kann, wie Arnold Bolliger, Vizedirektor des Bundesamtes für Polizei, in Luxemburg erkärte.

"Wir sind mit dem Funktionieren von SIS I sehr zufrieden und können gut damit leben", so Bolliger weiter. SIS II ist die technische Weiterentwicklung des Systems und würde unter anderem ermöglichen, dass auch biometrische Daten wie Fingerabdrücke erfasst werden könnten.