Wohlen
SP verlangt Einführung von Schulsozialarbeit

Die SP Wohlen macht ihre Ankündigung wahr: Mit einer Motion fordert die Ortspartei die Einführung von Schulsozialarbeit. Die Schulpflege gab in einem Bericht zuvor dieselbe Empfehlung heraus, der Gemeinderat sprach sich aber aus finanziellen Gründen dagegen aus.

Drucken
Teilen
Schule Wohlen

Schule Wohlen

Aargauer Zeitung

Für Arsène Perroud ist der Fall klar: «Die Bedarfserhebung spricht eine derart deutliche Sprache, dass es keinen anderen Schluss geben kann: Schulsozialarbeit ist in Wohlen dringend nötig und sollte baldmöglichst eingerichtet werden.»

Der örtliche SP-Präsident und Einwohnerrat verweist auf den Bericht einer Arbeitsgruppe der Schulpflege. Darin heisst es unter anderem: «Profitieren werden Kinder und Jugendliche, aber auch deren Eltern und die gesamte Gemeinde. Vor allem aber soll die Schule in ihrem Erziehungsauftrag wirksam unterstützt und entlastet werden, damit die Lehrpersonen den Bildungsauftrag erfüllen können.»

Die Wohler Schulleitungen hätten einige Beispiele dargestellt, bei denen der Einsatz der Schulsozialarbeit nötig gewesen wäre. Die 17 aufgelisteten Fälle hatten laut den Motionären alle massive Auswirkungen auf den Schulbetrieb und spielten sich im 1. Quartal 2009 ab.

Wohlen als Ausnahme im Kanton

In der Motion heisst es weiter: «Alle grösseren Gemeinden im Kanton verfügen über Schulsozialarbeit und machen sehr gute Erfahrungen. Wohlen bildet eine der wenigen Ausnahmen.» Dies erstaune umso mehr, als die Wohler Bevölkerungsstruktur ziemlich schwierig sei. Und die Motionäre betonen: «Auch im Freiamt werden in verschiedenen Gemeinden (Muri, Sins, Villmergen) die Stellen ausgebaut.»

Der Gemeinderat hatte die Einführung von Schulsozialarbeit massgeblich mit hohen Kosten begründet. In diesem Punkt ist die SP ganz anderer Meinung: «Schulsozialarbeit spart letztendlich Kosten ein», steht in der Motion. Die Gemeinde Wohlen müsse jährlich rund 15 bis 20 Kindern und Jugendlichen eine stationäre erzieherische Massnahme verordnen.

«Ein Fall kostet jährlich rund 120 000 bis 150 000 Franken.» Die Dunkelziffer der Fälle, bei denen eigentlich eine erzieherische Massnahme nötig wäre, wo aber aus finanziellen Gründen darauf verzichtet wird, sei wahrscheinlich einiges grösser. «Jeder Fall, der frühzeitig erkannt und mit entsprechenden Massnahmen angegangen werden kann, spart Kosten ein», argumentieren die Sozialdemokraten.

Behandlung schon in zehn Tagen

Für die nächste Einwohnerratssitzung vom 18. Mai (18 Uhr, Casino) ist der Bericht des Gemeinderats zur Schulsozialarbeit traktandiert. Weil sich die SP-Motion mit demselben Thema befasst, wird der Vorstoss ebenfalls dann behandelt. (fh)