Wucher-Honorar gefordert

SP und Grüne fordern Rücktritt von Rechtsanwalt als Mitglied des St.Galler Universitätsrats

Bettina Surber und Laura Bucher, Co-Präsidentinnen der Fraktion von SP und Grünen im St.Galler Kantonsparlament.

Bettina Surber und Laura Bucher, Co-Präsidentinnen der Fraktion von SP und Grünen im St.Galler Kantonsparlament.

Rechtsanwalt Patrick Stach sei nach dem Bundesgerichtsurteil gegen ihn als HSG-Universitätsrat nicht mehr tragbar, sagen die Linken im Kantonsparlament. Der Anwalt des Angesprochenen sieht das anders: «Es ist keine Voraussetzung für eine Mitgliedschaft im Universitätsrat, im Ruf der Heiligkeit zu stehen.»

«Wir fordern den Rücktritt von Patrick Stach als Universitätsrat», sagt Laura Bucher, Co-Präsidentin der Fraktion von SP und Grünen im Kantonsparlament, auf Anfrage. «Er ist nicht mehr tragbar.» Dies umso mehr, als «kein Schuldbewusstsein vorhanden ist». Der St. Galler Rechtsanwalt hatte gegen die Urteile der Anwaltskammer und des Verwaltungsgerichts Beschwerde eingelegt, so dass schliesslich das Bundesgericht in der Sache entscheiden musste.

Das Bundesgericht hat den St.Galler Rechtsanwalt wegen eines krass überhöhten Honorars gebüsst, wie CH Media publik gemacht hat.

Der St.Galler Anwaltsverband hat bereits reagiert. Er hat den Fall für die nächste Vorstandssitzung traktandiert. Die Berufsorganisation will dann diskutieren und entscheiden, ob sie ein Disziplinarverfahren gegen ihr Mitglied anstrengen wird.

SVP soll neues Mitglied vorschlagen

Die Fraktion von SP und Grünen hofft, dass Stach selber die Konsequenzen zieht und seinen Rücktritt bekannt gibt. Und falls nicht? Dann stehe die SVP in der Pflicht, so Bucher. «Dann muss sie im Sommer ein neues Mitglied für den Universitätsrat vorzuschlagen.»

Stach war 2014 von der SVP zur Wahl in den Universitätsrat vorgeschlagen worden. Im Juni steht die Erneuerungswahl des Gremiums durch das Kantonsparlament an. «Wir hatten die Wahl von Patrick Stach schon 2014 nicht unterstützt», sagt Bucher. Sie hätten den Kandidaten der SVP damals zu einem Hearing eingeladen und danach Stimmfreigabe beschlossen. Seine Nähe zur HSG – Stach hat auf dem Rosenberg studiert und doktoriert – und seine Reaktion auf kritische Fragen zur Universität habe die SP damals daran zweifeln lassen, ob er als Mitglied des Universitätsrats «unabhängig entscheiden kann».

Die SP fordert schon länger eine Stärkung des Universitätsrats. Erst recht nach den verschiedenen Skandalen an der HSG. Die Verurteilung eines Mitglieds des Unirats sei vor diesem Hintergrund «denkbar ungünstig» und führe «zu einer Schwächung» des Gremiums.

Meistgesehen

Artboard 1