Die Parteileitung der SP Kanton Solothurn hat die Qual der Wahl: Nach dem Grenchner Stadtpräsidenten Boris Banga sagt nun auch Kantonsrat und alt Regierungsrat Roberto Zanetti offen, dass er sich als Kandidat für die Ständerats-Ersatzwahl vom 29. November zur Verfügung stellt.

Zanetti hat am Donnerstag die Parteigremien und am Freitag die Medien von seinem Beschluss informiert. Er nennt mehrere Gründe, unter anderem sagt er: «Ich fühle mich dem politischen Vermächtnis von Aschi Leuenberger verpflichtet.»

Spannend macht es nach wie vor Nationalrätin Bea Heim: Sie könne sich «durchaus vorstellen» zu kandidieren, sagte sie gestern auf Anfrage, «aber nur wenn die Parteileitung entscheidet, dass es am SP-Nominationsparteitag vom 3. September zu einer demokratischen Ausmachung kommt.» Sprich: Heim stellt sich nur zur Verfügung, wenn dem Parteitag ein Zweier- oder Dreiervorschlag unterbreitet wird.

Bangas Forderung wird es schwer haben

Dies wiederum würde bedeuten, dass der Parteitag zwischen Heim und Zanetti auswählen müsste. Denn Banga hat bereits vor einer Woche der Parteileitung mitgeteilt, dass er nur antrete, wenn er allein zur Nomination vorgeschlagen werde.

Es gehe ihm nicht um seine Person, stellte Boris Banga gestern nochmals in einem Mail an Parteipräsidentin Evelyn Borer klar, sondern um eine Demonstration der Einheit und somit um den Sitz-erhalt der SP. Banga dürfte es mit seiner Forderung nach einer Einerkandidatur jedoch in der Parteileitung schwer haben.

Nicht nur, weil eine «Auswahlsendung» üblicher ist und Banga mit der öffentlich gewordenen Bedingung für seine Kandidatur parteiintern Kopfschütteln ausgelöst hat. (sff)