Sozialdemokratische Partei

SP-Präsidium: Erhalten Wermuth und Meyer doch noch Konkurrenz? In der Romandie gärt es

Vielleicht noch nicht alle Konkurrenz ausgeschalten: Mattea Meyer und Cédric Wermuth.

Vielleicht noch nicht alle Konkurrenz ausgeschalten: Mattea Meyer und Cédric Wermuth.

Rund zehn Westschweizer Genossen trafen sich mehrfach in der Sommersession. Ihr Thema: Wie können sich die Romands stärker in die SP einbringen, nachdem «ihr» Duo Seiler/Reynard die Kandidatur für das Präsidium zurückzog.

Bei der SP bröckelt die Dominanz der Westschweizer mit dem Abgang von Präsident Christian Levrat. Das ist den Romands in der Partei bewusst geworden, seit «ihr» Co-Präsidentenduo um die Nationalräte Mathias Reynard (VS) und Priska Seiler Graf (ZH) die Kandidatur für das SP-Präsidium zurückzog.

Über zehn Westschweizer Parlamentarier haben sich in der Sommersession mehrmals getroffen, um eine Strategie zu besprechen für die Wahl vom 18. Oktober. «Wir machen uns Überlegungen zur Partei-Organisation, zum Platz, den die einzelnen Regionen erhalten und zum politischen Programm», sagt Nationalrat Baptiste Hurni (NE). Die Gruppe wolle den Sommer nutzen, um diese Überlegungen voranzutreiben. Das sei aber in keiner Art und Weise gegen das Kandidaten-Duo Cédric Wermuth und Mattea Meyer gerichtet.

Zur Frage, ob er sich eine Kandidatur vorstellen könne, sagt Hurni: «Es ist zu früh, darüber nachzudenken.»

Gedanken macht sich auch Ständerätin Elisabeth Baume-Schneider (JU). «Es gibt eine Lust und Verantwortung, in der SP die lateinische Stimme zu vertreten», sagt sie. Eine Kandidatur für das Präsidium komme für sie nicht in Frage. «Die Überlegungen für das Vizepräsidium sind ein anderes Kapitel.»

Nationalrat Samuel Bendahan (VD) wiederum fragt sich, ob eine Gegenkandidatur Sinn mache, «im Interesse der Partei», wie er sagt. «Um eine Idee oder ein Projekt zu lancieren, für eine moderne Sozialdemokratie?» Oder: «Braucht es vielleicht einfach eine Kandidatur für das Vizepräsidium?» Das seien die Fragen, die zurzeit diskutiert würden, sagt der Ökonom, der Banken und Unternehmen berät und als grosses Politiktalent gilt. Die Diskussionen seien nicht gegen Wermuth und Meyer gerichtet, betont er. «Ich schätze beide sehr.» Eine Kandidatur schliesst er dennoch «nicht aus», wie er sagt.

Meyer und Wermuth ist bewusst, dass die Westschweiz die Schwachstelle ihrer Kandidatur ist. «Unser Co-Präsidium ist für die ganze SP Schweiz», betont Meyer. «Wir wollen die Romandie über das Vizepräsidium stärker einbinden.» Meyer und Wermuth planen, ein neues politisches Projekt aufzubauen, das auf Köpfen aus allen Landesteilen und der ganzen Partei basiert. «Das ist für die Romandie sehr wichtig», sagt Wermuth. «Sie kommt aus einer Phase mit einer enorm starken Generation um Christian Levrat, Alain Berset, Ada Marra, Carlo Sommaruga, Roger Nordmann. Wir wollen die Verantwortung auf mehr Köpfe verteilen.»

Wermuth nennt explizit Bendahan, Baume-Schneider und Hurni. «Bendahan ist unbestritten eine der kommenden Figuren aus der Westschweiz», sagt er. Hurni könnte als Jurist im Arbeitsrecht und in Miet- und Grundrechtsfragen eine tragende Rolle spielen. Und die neue Ständerätin Baume-Schneider geniesse «hohes Ansehen».

Nach den Schlussabstimmungen des Parlaments am Freitag diskutierte Samuel Bendahan im Nationalratssaal der Bernexpo über eine Stunde mit Cédric Wermuth, Mattea Meyer und Jacqueline Badran, die im Team Mammuth (Meyer/Wermuth) das Vizepräsidium übernehmen soll.

Thema der Diskussionen: Was können Wermuth/Meyer tun, um die Westschweizer Sozialdemokratie besser in ihr Präsidium zu integrieren.

Autor

Othmar von Matt

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