Stippvisite
SP-Politiker besuchte Wikileaks-Chef Assange in London

Der Genfer SP-Nationalrat Carlo Sommaruga, Vizepräsident der Aussenpolitischen Kommission des Nationalrats (APK-N), hat in London Wikileaks-Gründer Julian Assange besucht.

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SP-Nationalrat Carlo Sommaruga hat Wikileaks-Chef Julian Assange besucht

SP-Nationalrat Carlo Sommaruga hat Wikileaks-Chef Julian Assange besucht

Keystone

Der SP-Politiker, der während zwei Wochen in London seine Englischkenntnisse aufbesserte, nutzte seinen Aufenthalt zu einer 30minütigen Stippvisite bei Assange.
Der Wikileaks-Gründer sitzt seit Juni 2012 in einer kleinen Wohnung in der ecuadorianischen Botschaft im Zentrum Londons fest.

Sommaruga hat sich vor Ort mit dem diplomatischen Personal in Verbindung gesetzt - und via Personen im Umkreis von Assange tatsächlich die Erlaubnis erhalten, ihn während einer halben Stunde zu treffen, wie der Genfer SP-Nationalrat verschiedenen Schweizer Medien erklärt.

Über Fall Snowden geredet

«Ich habe einen erschöpften Mann erwartet, aber das Gegenteil war der Fall», sagt Sommaruga etwa zu «20 Minuten». Assange sei voller Tatendrang und habe klare Visionen. Die meiste Zeit hätten sie über die Hürden, denen Whistleblower begegnen, gesprochen. Assange wollte beim Treffen nicht über sich und seinen Alltag reden, sondern vor allem über Edward Snowden, jenen Whistleblower also, dem das gleiche Schicksal droht, wie Assange. Snowden hat die Datenschnüffel-Affäre ins Rollen gebracht und sitzt seit Wochen auf dem Flughafen in Moskau fest - ähnlich wie Assange in der Botschaft in Ecuador.

Sommaruga will im Fall von Whistleblower innenpolitisch aktiv werden: Er will einerseits die Schweizer Gesetzgebung so anpassen, dass Whistleblower ohne Intervention des Bundesrats aufgenommen werden können und zudem ein internationales Netz von Parlamentariern, welche die Anliegen Assanges unterstützen, aufbauen, erklärte er «20 Minuten»

Sommaruga weilte in London, weil er im Hinblick auf das Präsidium der Aussenpolitischen Kommission (APK) des Nationalrats, das er 2014 übernimmt, sein Englisch auffrischen wollte. (rsn)