Waffen
SP-Nationalrätin: «Maurer sollte einmal in ein Frauenhaus...»

VBS-Chef Ueli Maurer provoziert die Frauen. Diese wüssten nicht, wie mit Waffen umzugehen, sagte er in einem Interview. Nun schlagen die Frauen zurück. Und auch Männer geben dem Verteidigungsminister aufs Dach.

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Bundesrat Mauer verkannt, worum es geht in der Initiative. Es geht um Schutz vor Waffengewalt. «Maurer sollte sich einmal in einem Frauenhaus erkundigen, wie viel Frauen und Kind mit Schusswaffen bedroht werden und wie viel Leid damit angerichtet wird.»

Verkennt Maurer das Problem?

Maurer hatte in einem Interview mit den «Zürcher Regionalzeitungen» gesagt, dass Frauen tendenziell eher für die Initiative stimmen werden, weil sie die Waffen nicht kennten und nicht wüssten, wie sie damit umgehen sollen. Jenen Frauen, die Angst haben, rät Maurer, den Einzug der (Armee-)Waffe durch die Polizei zu verlangen.

«Altbekannte Sprüche»

Wer wirklich versuche, sich in die Situation der Opfer hineinzuversetzen, könne die Worte des Verteidigungsministers nur als «makaber» und «lebensfremd» empfinden. Denn es gehe sicher nicht darum, die Waffe technisch zu beherrschen, sondern darum, «zu erkennen, was für ein Gewaltpotenzial in einer solchen Waffe liegt». Laut Galladé lassen sich mit Annahme der Initiative pro Jahr rund 100 Menschenleben retten. Bundesrat Maurer habe ganz offenbar keine Argumente, so Galladé.

Widerstand gegen Maurers Aussagen gibt es auch von Männern. Der Glarner SVP-Ständerat This Jenny kann nur den Kopf schütteln, wenn er die «altbekannten Sprüche» von Ueli Maurer hört. «Wer es nicht selber erlebt oder erzählt bekommen hat, wie es ist, wenn man sich durch Armeewaffen im Haus bedroht fühlt, kann sich nicht vorstellen, was das für eine Frau heisst und welche Ängste sie durchmacht», sagt Jenny. Der Glarner hat nach eigenen Aussagen über 400 Mails von betroffenen Frauen bekommen. (rsn)