«Der Islam ist Teil der Schweiz», sagt SP-Nationalrat Cédric Wermuth in der Zeitung «Schweiz am Sonntag». «Er muss den christlichen Kirchen gleichgestellt und an den Universitäten gelehrt werden.»

Persönlich wäre Wermuth das Modell eines «konstruktiven Laizismus» am liebsten. «Das heisst, der Staat verhält sich allen Religionen gegenüber gleich neutral, arbeitet aber mit ihnen zusammen.» Doch auch die positive Anerkennung wäre heute ein Zeichen in die richtige Richtung, meint er.

Mit diesen Aussagen in der Zeitung «Schweiz am Sonntag» tritt Wermuth dezidiert an gegen Aussagen, die CVP-Präsident Gerhard Pfister zur Verteidigung des christlichen Abendlands gemacht hat. «Die Schweiz ist ein christliches Land. Dazu sollten wir wieder stehen. Und wir sollten klarmachen, dass wir bereit sind, dieses Erbe zu verteidigen», hatte Pfister gegenüber dem «Blick» gesagt.

Für Wermuth ist klar, dass es um einen Kulturkampf geht: «Die SP muss ihn voll aufnehmen.» CVP-Präsident Pfister wolle das Land «zur Ballenberg-Schweiz» machen. «Das wäre der Abschied von der multikulturellen Schweiz.»

Wermuth sagt: «Es braucht nun eine gesellschaftspolitische Offensive mit der SP als Motor. Pfister will die Bevölkerung spalten in Christen und Muslime.» Die SP hingegen müsse sich dafür einsetzen, dass Muslime in der Gesellschaft integriert würden und nicht ausgeschlossen blieben.

Bedroht werde die Schweiz nicht vom Islam, sondern von der SVP. «Sie greift den Sozialstaat an, den Rechtsstaat, die Demokratie», sagt Wermuth. «Die grösste Bedrohung für Freiheit und Demokratie kommt von innen.»