Fixe Frauenquote

SP-Nationalrätin Yvonne Feri: «Ein durchschnittlicher Mann kommt nach wie vor an die Spitze»

Yvonne Feri fordert eine fixe Frauenquote: «Ein durchschnittlicher Mann kommt an die Spitze»

Yvonne Feri fordert eine fixe Frauenquote: «Ein durchschnittlicher Mann kommt an die Spitze»

Mit Bundesrat Iganzio Cassis ist das Tessin erstmals seit 18 Jahren wieder im Bundesrat vertreten. Damit bleibt es bei zwei Frauen in der 7-köpfigen Landesregierung, obschon sie in der Schweizer Bevölkerung die Mehrheit ausmachen. Enttäuscht vom weiterhin bestehenden Geschlechter-Ungleichgewicht im Bundesrat fordert die Aargauer SP-Nationalrätin Yvonne Feri nach der Wahl erneut eine fixe Frauenquote.

Die Westschweizer FDP-Kandidatin Isabelle Moret gehört zu den Verliererinnen der Bundesratsersatzwahl – persönlich und stellvertretend für die weibliche Schweiz. Denn obschon die Frauen die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung stellen, sind sie im Bundesrat jedoch nach wie vor stark untervertreten. 

Die Bevölkerungszusammensetzung müsse sich auch im Bundesrat abbilden, kritisiert die Aargauer SP-Nationalrätin Yvonne Feri kurz nach der Vereidigung des neuen Bundesrats Ignazio Cassis.

Die Frauenfrage müsse bei den nächsten Bundesratswahlen 2018 eine grössere Rolle spielen, sagt die 51-jährige Wettingerin. Sie verweist dabei auf einen hängigen Vorstoss für eine fixe Frauenquote in der Landesregierung: «Scheinbar kommen wir bei der Freiwilligkeit von der Förderung der Frauen nicht weiter, also brauchen wir wahrscheinlich früher oder später wirklich Quoten.»

Auch im Parlament seien die Frauen nach wie vor untervertreten. «Überall, wo es zu wenig Frauen hat im unteren Niveau, gibt es in den Kaderpositionen auch wieder weniger Möglichkeiten für die Frauen», sagt die SP-Nationalrätin, in deren politischen Agenda die Gleichstellung der Geschlechter eine wichtige Rolle einnimmt.

Sie kritisiert weiter: «Es ist halt so: Eine durchschnittliche Frau kommt nicht an die Spitze, ein durchschnittlicher Mann leider nach wie vor schon.» Damit meine sie aber nicht Ignazio Cassis, er sei zwar sehr gut qualifiziert, aber definitiv nicht ihr Kandidat gewesen, so Feri.

Nur einmal in der Mehrheit

Mit Simonetta Sommaruga und Doris Leuthard sitzen weiterhin lediglich zwei Frauen in der Landesregierung, gegenüber fünf Männern. Angemessen waren die Frauen bisher nur während gut eines Jahres vertreten.

Zwischen dem Amtsantritt von Sommaruga im November 2010 und dem Rücktritt von Micheline Calmy-Rey Ende 2011 gehörten vier Frauen dem siebenköpfigen Bundesrat an.

Danach waren es mit Eveline Widmer-Schlumpf, Leuthard und Sommaruga noch drei, seit dem Rücktritt von Widmer-Schlumpf 2015 nur noch zwei. (edi/sda)

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