SP mit ungewohnter Taktik

Die Kulmer Sozialdemokraten setzen eine Neukandidierende vor Grossrätin Christine Haller auf den 1. Listenplatz. Die Bisherige gesteht eine gewisse Nervosität ein.

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Bewegung gegen Haller

Löpfe ortet hinter den Kulissen eine Bewegung gegen SP-Grossrätin Christine Haller. Er fordert Lanz auf: «Ich erwarte von dir als Parteipräsident, dass du dich zur Zusammenarbeit mit (. . .) anderen Parteien bekennst. » Gegenüber der Aargauer Zeitung ergänzt Löpfe, dass Christine Haller, die sich immer für gemeinsame, pragmatische Lösungen einsetze, von der eigenen Partei nicht voll und ganz unterstützt werde.

SP-Präsident Lanz relativiert und sagt, dass die Partei die Kandidaten in einem demokratischen Verfahren nominiert habe, ebenso sei die Zuteilung der Listenplätze erfolgt. «Wir haben die Plätze taktisch besetzt und die Reihenfolge in einer Versammlung bestimmt», sagt Lanz. Die beiden Bisherigen, darunter Christine Haller, seien auf die Plätze 2 und 3 gesetzt worden, «dies aber sicher nicht, um jemanden abzuschiessen».

Für Christine Haller ist diese Listenreihenfolge ungewohnt. Sie hätte die Bisherigen gern vorn gesehen, bekennt sie. Gegenüber der Aargauer Zeitung hält sie fest, wenn es in der Partei zu Meinungsverschiedenheiten komme, «dann werden diese intern diskutiert und gelöst».

Mit Blick auf das neue Wahlsystem gesteht Haller eine gewisse Nervosität ein, da der Ausgang der Wahlen für die Partei völlig offen sei. Eine ähnliche Unsicherheit und Unruhe ist bei den Kulmer SVP-Kandidaten zu spüren.

Grossrat Beat Leuenberger, Schöftland, sagte vergangene Woche, dass er bewusst mehr Werbung mache, weil laut Prognosen auch der SVP, genau wie der SP, ein Sitzverlust drohe. (mz/psi/ufl)