SP-Motion
SP fordert starke Regionalstadt

Die Stadt Aarau soll «aktiv auf die Nachbargemeinden zugehen und mit ihnen in Fusionsverhandlungen eintreten». Dies fordert im Namen der SP-Fraktion Einwohnerrat Oliver Bachmann mit einer Motion.

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Aargauer Zeitung

Hermann Rauber

Die Vision der Aarauer Sozialdemokraten liest sich gut: «Eine Region - eine Stadt» heisst die Affiche einer Motion, die Oliver Bachmann im Namen der SP-Fraktion im Einwohnerrat deponiert hat. Mit dem Vorstoss wird der Stadtrat eingeladen, aktiv für die Aufnahme von Fusionsverhandlungen tätig zu werden. Selbst nach dem Zusammengehen mit Rohr am 1. Januar 2010 sei Aarau im nationalen Vergleich «eine sehr kleine Stadt».

Gemeinden zum Glück zwingen? Hermann Rauber Gemeindefusionen sind eine heikle Angelegenheit, davon kann man etwa in Lenzburg und Niederlenz ein Liedlein singen. In der Aargauer Kantonshauptstadt hat man sich in dieser delikaten politischen Angelegenheit vornehm zurückgehalten und immer wieder betont, dass man zu Gesprächen mit den Nachbargemeinden stets bereit sei, aber selber nicht aktiv werden will. Kann man bei der Liaison von Aarau und Rohr noch von zarten Liebesgefühlen sprechen, so postuliert die SP Aarau nun einen taktischen Schrittwechsel. Die Stadt soll das Gesetz des Handelns an sich reissen und versuchen, die Agglomeration zum gemeinsamen Glück zu zwingen. Oder mindestens Gespräche in diese Richtung aufzunehmen und die passive Rolle des Abwartens aufzugeben. Auch wenn die Rauchsignale wenig Anlass zur Hoffnung geben, dass Aarau in absehbarer Zeit zu einer Zentrumsstadt mit bis zu 40 000 Einwohnern wachsen dürfte. Man denke nur an die Aarauer «Anti-Liga» von Buchs, Suhr und Gränichen, die an ihren Grenzen und Strukturen mehr oder minder festhalten. Und auch Küttigen, Erlinsbach und Biberstein haben auf entsprechende Avancen freundlich, aber dezidiert abgewunken. Trotzdem ist der Vorschlag, die abwartende Haltung der Stadt Aarau gegenüber Fusionssondierungen zu überdenken, keineswegs abwegig. Er könnte jene Kräfte stärken, die ein mögliches Zusammengehen nicht mit Ängsten, sondern mit Erwartungen verknüpfen. Er könnte aber auch Klarheit schaffen, wie die Bevölkerung über die Vision einer städtischen Region denkt. Denn Gemeindefusionen können nur gelingen, wenn sie durch die Basis unserer Demokratie mitgetragen werden. hermann.rauber@azag.c

Gemeinden zum Glück zwingen? Hermann Rauber Gemeindefusionen sind eine heikle Angelegenheit, davon kann man etwa in Lenzburg und Niederlenz ein Liedlein singen. In der Aargauer Kantonshauptstadt hat man sich in dieser delikaten politischen Angelegenheit vornehm zurückgehalten und immer wieder betont, dass man zu Gesprächen mit den Nachbargemeinden stets bereit sei, aber selber nicht aktiv werden will. Kann man bei der Liaison von Aarau und Rohr noch von zarten Liebesgefühlen sprechen, so postuliert die SP Aarau nun einen taktischen Schrittwechsel. Die Stadt soll das Gesetz des Handelns an sich reissen und versuchen, die Agglomeration zum gemeinsamen Glück zu zwingen. Oder mindestens Gespräche in diese Richtung aufzunehmen und die passive Rolle des Abwartens aufzugeben. Auch wenn die Rauchsignale wenig Anlass zur Hoffnung geben, dass Aarau in absehbarer Zeit zu einer Zentrumsstadt mit bis zu 40 000 Einwohnern wachsen dürfte. Man denke nur an die Aarauer «Anti-Liga» von Buchs, Suhr und Gränichen, die an ihren Grenzen und Strukturen mehr oder minder festhalten. Und auch Küttigen, Erlinsbach und Biberstein haben auf entsprechende Avancen freundlich, aber dezidiert abgewunken. Trotzdem ist der Vorschlag, die abwartende Haltung der Stadt Aarau gegenüber Fusionssondierungen zu überdenken, keineswegs abwegig. Er könnte jene Kräfte stärken, die ein mögliches Zusammengehen nicht mit Ängsten, sondern mit Erwartungen verknüpfen. Er könnte aber auch Klarheit schaffen, wie die Bevölkerung über die Vision einer städtischen Region denkt. Denn Gemeindefusionen können nur gelingen, wenn sie durch die Basis unserer Demokratie mitgetragen werden. hermann.rauber@azag.c

Aargauer Zeitung

Sp will einen Kurswechsel

Komme hinzu, dass sich «viele Probleme heute nicht mehr an Gemeindegrenzen halten», betont die SP Aarau. Sie nennt als Beispiele den Bau von Sportanlagen oder die Versorgung der Region durch den öffentlichen Verkehr. Die vertrauten Lebensräume entsprächen nicht mehr den politischen Grenzen, etwa bei jenen Orten, in denen die Jugendlichen ihre Freizeit oder den Ausgang gestalten. Schliesslich könne sich Aarau «dank solchen Fusionen» auch als Wirtschaftsstandort besser entwickeln, erklärt die SP.

Die Partei plädiert mit ihrem Vorstoss laut Oliver Bachmann für einen «Kurswechsel» in dieser Sache. Man dürfe im Unteren Rathaus nicht einfach passiv auf die Nachbargemeinden warten, sondern müsse proaktiv auf diese zugehen. Der Motionär erwartet, dass der Aarauer Stadtrat entsprechende Fusionsgespräche noch im laufenden Jahr 2009 aufnimmt, «auch wenn diese im ersten Anlauf vielleicht noch nicht zum Ziel führen».