Sommaruga

SP-Duell: Sommaruga gegen Fehr

Grösste Konkurrentin der Bernerin Simonetta Sommaruga ist die Zürcher Nationalrätin Jacqueline Fehr.

Grösste Konkurrentin der Bernerin Simonetta Sommaruga ist die Zürcher Nationalrätin Jacqueline Fehr.

Simonetta Sommaruga ist bei der Leuenberger-Nachfolge in der Poleposition. Grösste Konkurrentin der Bernerin ist die Zürcher Nationalrätin Jacqueline Fehr. Der Basler Ständerat Claude Janiak will offenbar nicht antreten.

Tobias Gafafer

Im Rennen um den Bundesratssitz von Moritz Leuenberger gilt Ständerätin Simonetta Sommaruga als Favoritin. Sommaruga hat einen doppelten taktischen Vorteil, weil die Bundesversammlung den Sitz von Leuenberger vor jenem von Hans-Rudolf Merz besetzt. Deshalb dürfte sie weder an der Frauen- noch der Kantonsfrage scheitern.

Die Ständerätin stammt wie der FDP-Kronfavorit, Johann Schneider-Ammann, aus dem Kanton Bern. Es ist fraglich, ob das Parlament gleich zwei Berner am gleichen Tag wählt, obwohl die Kantonsklausel nicht mehr existiert. Gefährlich könnte es für Sommaruga werden, falls das Lager von Schneider-Ammann bei der Leuenberger-Nachfolge anstelle der Bernerin auf die Zürcher Nationalrätin Fehr setzt. Dies, obwohl Sommaruga bis weit ins bürgerliche Lager Sympathien geniesst.

Auch Fehr hegt Ambitionen

Fehr ist ohnehin die grösste Konkurrentin für Sommaruga. Vieles deutet derzeit auf ein SP-Zweierticket hin. Die 47-Jährige ist bei der Zürcher Kantonalpartei als einzige Kandidatin im Rennen verblieben und will sich bald entscheiden. Vertraute sagen ihr seit längerem Ambitionen nach. Wie Sommaruga gilt Fehr im Parlament als kompromissfähige, vernetzte Allianzenschmiedin. Fehrs Manko ist, dass mit Ueli Maurer bereits ein Zürcher im Bundesrat sitzt. Bei ihrer Wahl wäre der Kanton somit erneut doppelt in der Landesregierung vertreten. Und wie Sommaruga ist auch Fehr durch eine politische Hypothek belastet: Intern ist sie wegen ihrer Rolle beim Sturz von Ursula Koch als SP-Präsidentin im Jahr 2000 umstritten.

Fässler steht vor Zusage

Auf die zwei Favoritinnen folgt ein breites Feld. Die St.Galler Nationalrätin Hildegard Fässler signalisiert heute in der «Wochenzeitung» ihr Interesse. In Basel hoffen die Parteistrategen derweil, dass die zwei Halbkantone nach Jahrzehnten wieder einmal im Bundesrat vertreten sind. Dafür müssten sie sich auf eine Kandidatur einigen. Im Moment deutet alles auf die Stadtbasler Regierungsrätin Eva Herzog hin. Ihr Manko ist die fehlende nationale Bekanntheit und Erfahrung.

Zudem dürften die Bürgerlichen kaum eine Finanzdirektorin wählen, da sie das Finanzdepartement in ihren Händen behalten wollen. Und Ständerat Claude Janiak will sich noch nicht äussern. Im privaten Kreis hat der 61-Jährige aber durchblicken lassen, nicht anzutreten.

Andere haben sich bereits aus dem Rennen genommen, darunter Nationalratspräsidentin Pascale Bruderer (Ausgabe von gestern) und die Zürcher Regierungsräte Regina Aeppli und Markus Notter. Bedenkzeit räumen sich noch die St.Galler Regierungsrätin Heidi Hanselmann, die Tessinerin Patrizia Pesenti sowie der Aargauer Regierungsrat Urs Hofmann ein. Bald müssen sie Farbe bekennen. Im September führt die SP erste Anhörungen durch.

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