Bundesrat
SP-Chef Levrat diktiert erste Bedingungen

Erstmals äussert sich SP-Präsident Christian Levrat in einem Interview zur Nachfolge von FDP-Bundesrat Couchepin. In der Zeitung «Sonntag» er bereits erste Bedingungen an die Adresse von FDP und CVP.

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«Entscheidend für diese Wahl wird sein, welcher Kandidat die nötige Offenheit für grosse Reformen in der Sozialpolitik zeigt.» Konkret fordert Levrat einen «Neuanfang in der Sozialpolitik»: Er will die vielen unterschiedlichen Sozialversicherungen zentral zusammenfassen. «Die Bürger interessieren sich nicht für unser Spartendenken in der Politik: Er will eine einzige Anlaufstelle.» Jetzt brauche es in der Regierung jemanden, der den Mut habe, «eine solche grosse Reform an zupacken.»

Die Machtverhältnisse in Bern deuten derweil klar darauf hin, dass im Machtpoker um die Couchepin-Nachfolge zwischen FDP und CVP die CVP die besseren Karten hat.Der Mitte-links-Block, bestehend aus dem linksgrünen Lager und der CVP kommt auf 127 der 246 Stimmen im Parlament, der Rechtsblock aus SVP und FDP nur auf 119. SP-Chef Christian Levrat sagt: «Die Kandidaten werden wichtiger sein als die Parteizugehörigkeit.» Trotzdem ist die CVP klar im Vorteil: Linksgrün könnte zusammen mit der CVP eine Mitte-links-Regierung sichern. Wahrscheinlicher wird dies nicht zuletzt, weil sich die BDP unter der Führung von Nationalrat Hans Grunder hinter vorgehaltener Hand klar zu einer Mitte-links-Wahl tendiert.