Dessen Fazit ist grundsätzlich positiv: Trotz des Strukturwandels der letzten zwei Jahrzehnte funktioniere in der Schweiz die Absicherung der wichtigsten sozialen Risiken wie Alter, Krankheit oder Invalidität gut, heisst es in dem Bericht, den der Bundesrat in Erfüllung eines Postulats von Nationalrat Stéphane Rossini (SP/VS) erstellen liess.

Diesen Schutz lässt sich die Schweiz einiges kosten. So haben sich die Ausgaben für AHV, IV, Ergänzungsleistungen und andere Institutionen zum Schutz gegen soziale Risiken seit 1990 mehr als verdoppelt und erreichten 2008 145 Milliarden Franken. Zwei Drittel davon stammen aus Sozialabgaben, ein Viertel aus staatlichen Beiträgen.

Qualifizierte Arbeitskräfte gefragt

Der vom Bundesamt für Statistik (BFS) verfasste Bericht, der erstmals eine statistische Gesamtschau über die wirtschaftliche und soziale Situation der Bevölkerung liefert, gibt Aufschluss, welche Faktoren zu dieser Entwicklung führten.

Die Zunahme der Arbeitsplätze im Dienstleistungssektor sowie die fortschreitende Spezialisierung in der Industrie sei mit einem stetigen Anstieg der Produktivität einhergegangen, schreiben die Autoren des BFS.

In der Folge sei die Nachfrage nach höher qualifiziertem Personal gestiegen. Sowohl beim Einstieg in den Arbeitsmarkt als auch für die Fähigkeit, langfristig eine Arbeitsstelle ausfüllen zu können, spiele deshalb die Bildung heute eine Schlüsselrolle.

Zwar hat sich das Bildungsniveau der erwerbstätigen Bevölkerung insgesamt und das der einwandernden Personen erhöht. Unter der hier ansässigen ausländischen Erwerbsbevölkerung verfügt aber nach wie vor ein wesentlicher Teil über einen eher tiefen Bildungsstand. Für diese Personen steigt damit das Risiko der sozialen Ausgrenzung.

Ebenfalls zur Risikogruppe gehören Personen, die Kinder aufziehen. Betroffen sind dabei nicht nur Eineltern-Familien sondern auch kinderreiche Familien. Ihnen fehlen oft die zeitlichen Ressourcen, um ein genügendes Einkommen zu erwirtschaften.