Sonntagspresse
Pestizid-Verbot für Hobbygärtner, Migranten gegen Covid und Patrouille des Glaciers: Das steht heute in den Sonntagszeitungen

Der Bund will Pestizide und andere Mittel für Hobbygärtner verbieten. Migranten sollen besser vor dem Coronavirus geschützt werden. Und die Armee ignoriert bei der Zusammenarbeit mit der Patrouille des Glaciers die Regeln. Die besten Geschichten aus der Sonntagspresse in der Übersicht.

Redaktion
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Dies sind die besten Geschichten aus der Sonntagspresse.

Dies sind die besten Geschichten aus der Sonntagspresse.

Keystone

Armee kannte Probleme um Patrouille des Glaciers

Die Armee wusste Bescheid, unternahm aber dennoch praktisch nichts: Der «Sonntagsblick» hatte Einsicht in Dokumente, die belegen, dass die Armeeführung gegenüber dem Verein Patrouille des Glaciers keine Transparenz über deren Sponsoren herstellen konnte. Dabei wäre der Verein verpflichtet, ab einem gewissen Schwellenwert ­einen Teil seines Gewinns an die Armee zu überweisen. Doch der sorgsame Umgang mit Steuergeldern sei auf der Prioritätenliste des VBS nicht zuoberst gestanden, so der «Sonntagsblick».

Dass der private Verein mit einem Armeeeinsatz Geld verdiene und diese Zusammenarbeit daher problematisch sei, hat ein Audit der Armee indes bereits 2017 festgestellt. Doch trotz des festgestellten Handlungsbedarfs änderte sich offenbar nichts an der Zusammenarbeit.

Bund umgarnt bei Impfkampagne Migranten

Impstoff hätte es genug, doch die Impfkampagne gegen das Coronavirus ist ins Stocken geraten. Aktuelle Spitalzahlen zeigen, dass die Durchimpfung bei der Migrationsbevölkerung weniger weit fortgeschritten ist. Im Kanton St. Gallen lag der Ausländeranteil auf Intensivstationen bei über 38 Prozent, schreibt der «Sonntagsblick».

Für den Kampagnenleiter beim BAG, Adrian Kammer, ist die gegenwärtige Phase in der Impfkampagne entscheidend. Er will die Migrationsbevölkerung gezielt erreichen und setzt dabei auf Kommunikation über die sozialen Medien wie Facebook oder Whatsapp. «Wir müssen nochmals einen Zacken zulegen, um vor allem jungen Erwachsenen in Erinnerung zu rufen, dass jetzt ein guter Zeitpunkt ist, sich zu impfen», sagt Kammer zum «Sonntagsblick».

ETH-Wissenschaftlerin fordert, in Klimakrise wie in der Coronakrise zu handeln

«Wie viele Menschen müssen sterben, bis man handelt?», fragt ETH-Klimaforscherin Sonia Seneviratne im Interview mit dem «Sonntagsblick». Langsam bekomme sie etwas Angst: Im Mai wurde die höchste je gemessene CO2-Konzentration gemessen, im Kampf gegen den Klimawandel stünden wir schlecht da.

Dabei finde der Klimawandel vor unseren Augen statt, sagt Seneviratne und verweist auf die Wetterextreme der letzten Wochen wie Brände, Überschwemmungen oder Erdrutsche. Das Problem dabei sei, dass das CO2 Tausende Jahre in der Atmosphäre bestehen bleibe. Gibt es also erst einmal zu viel davon in der Atmosphäre, gebe es keinen Rückweg mehr. «Ich denke, das wird noch zu wenig gut verstanden: Die Klimaerwärmung ist irreversibel.»

Keine Pestizide mehr für Hobbygärtner?

Ab 2023 sollen strengere Zulassungskriterien für Pflanzenschutzmittel gelten. Das geht aus dem «Verordnungspaket Umwelt Frühling 2022» des Bundes hervor, das bis vor kurzem in der Vernehmlassung war. Das Paket will Hobbygärtnern die Verwendung von unter anderem Herbiziden, neurotoxischen, immuntoxischen und das Hormonsystem störende Pflanzenschutzmittel verbieten. Auch Produkte, die für Wassertiere giftig sind, wären verboten. Etwa 65 Prozent der derzeit auf dem Markt befindlichen Produkte würde dann zurückgezogen, so das Bundesamt für Umwelt zur «NZZ am Sonntag». Ziel sei die menschliche Gesundheit und die Umwelt besser zu schützen.

Ermittlungen gegen Covid-Zertifikatfälscher

Die Staatsanwaltschaft Zürich nimmt Ermittlungen gegen den Handel von gefälschten Covid-Zertifikaten und PCR-Testbescheinigungen auf, die im Darknet oder auf dem Messengerdienst Telegram angeboten werden. Dabei handle es sich um Urkunden-, Vermögens- oder weitere Delikte, die von Amtes wegen verfolgt werden müssen, so die Staatsanwaltschaft gegenüber der «NZZ am Sonntag». Die Kantonspolizei habe am Flughafen indes wenige Fälschungen entdeckt.